Aesch

1.3 Millionen Franken Projektierungskredit genehmigt: Aesch kann seine Turnhallen planen

Die Stimmberechtigten genehmigen einen Projektierungskredit über 1.3 Millionen Franken klar.

Nach dem Auszählen der Stimmen zeigt sich Gemeindepräsident Johann Jahn (Forum) zufrieden: «Das Ergebnis ist klar ausgefallen, wir können nun weiterplanen.» Mit 352 Ja- zu 119 Nein-Stimmen haben die Stimmberechtigten gestern den Projektierungskredit in Höhe von 1.3 Millionen Franken gutgeheissen. Die Stimmbeteiligung lag bei 45,8 Prozent.

Nun werden Gemeinderat und Primarschulpflege ihr Vorhaben – ein neues Mehrzweckgebäude mit einem Saal, zusätzlichen Musikzimmern und einem Hort sowie eine der Magglinger Norm entsprechende Doppelturnhalle – im Detail ausarbeiten. In etwas mehr als einem Jahr sollen die Aescherinnen und Aescher dann über den Baukredit und damit definitiv über den Bau der beiden Gebäude entscheiden.

Eine Doppelturnhalle scheint ein kleiner Luxus zu sein, den sich die Gemeinde gönnen will: Denn eine Einfachturnhalle hätte es für die schulischen Bedürfnisse derzeit auch getan. Jahn hält das Projekt aber nicht für luxuriös. Es sei vielmehr weitsichtig, sagt er. «Ein derart grosses Vorhaben plant man nicht kurzfristig, es wird für mehrere Jahrzehnte erstellt.»

Die Aescher Behörden rechnen einerseits in den kommenden Jahren mit einem weiteren Bevölkerungswachstum und damit auch mit mehr Schulkindern. Und andererseits stehen den Vereinen heute bereits zu wenig Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung. Da damit in naher Zukunft eine Doppelturnhalle ohnehin notwendig werde, sei es kostengünstiger, jetzt gleich eine solche zu erstellen, begründete der Gemeinderat seinen Antrag. Die Baukosten für das vorliegende Projekt werden grob auf 17.3 Millionen Franken geschätzt; der Bau eines Mehrzweckgebäudes und einer Einfachturnhalle, die später vergrössert wird, würde hingegen mit rund 21.3 Millionen zu Buche schlagen.

Deshalb hatte sich der Gemeinderat klar für die Doppelturnhalle ausgesprochen. Dessen Argumente haben die Stimmbürger überzeugt, wie das gestrige klare Verdikt zeigt.
Doch auch mit über 17 Millionen Franken bleibt das Projekt für Aesch ein happiger Brocken, der sich nicht ohne Weiteres stemmen lässt. Netto will der Gemeinderat am Ende unter 15 Millionen bleiben, wie er in seinem Antrag festhielt. So rechnet er mit einem kantonalen Beitrag für die auch dem Breitensport dienende Doppelturnhalle, zudem will er die Kosten im weiteren Verlauf stets optimieren und deshalb einen fachkundigen Bauherrenvertreter beiziehen.

Der Steuerfuss dürfte vorerst stabil bleiben

Die Grossinvestition dürfte kurzfristig keine Auswirkung auf den Aescher Steuerfuss haben. Erst wenn es dannzumal um Amortisierung der hohen Schulden geht, könnte je nach weiterer Entwicklung eine Erhöhung um fünf bis zehn Prozentpunkte die Folge sein.

Auch die Rechnungsprüfungskommission stufte nach ihren Beratungen den Verschuldungsgrad als «sehr hoch» ein. Sie sprach sich dennoch für das vorliegende Projekt aus: «Das strukturelle Defizit, welches die Gemeinde fährt, macht eine mittelfristige Steuererhöhung ohnehin nötig», schrieb die Kommission in ihrem Abschied.

Stimmen die Aescher in etwas mehr als einem Jahr auch dem dann vorliegenden Baukredit zu, soll es gemäss dem vorliegenden Zeitplan rasch vorwärtsgehen. Denn dieser sieht vor, dass die neue Doppelturnhalle bereits im Jahr 2022 bezugsbereit ist, das Mehrzweckgebäude 2023.

Das bestehende Mehrzweckgebäude, das aus dem Jahr 1969 stammt und 1988 saniert wurde, vermag den heutigen Ansprüchen nicht mehr zu genügen. So ist der Saal zu klein, die Turnhalle entspricht weder den kantonalen Schulbauempfehlungen noch der Magglinger Norm. Das Gebäude soll durch ein Mehrzweckgebäude und eine Doppelturnhalle ersetzt werden. Durch diese Aufteilung in zwei Baukörper werde eine «harmonische Erweiterung» der bestehenden Schulanlage möglich, hatte es im durchgeführten Projektwettbewerb geheissen.

Das neue Mehrzweckgebäude enthält unter anderem einen Saal, in welchem bei Konzertbestuhlung 400 Personen und bei Bankettbestuhlung 200 Personen Platz finden. Während dieses erstellt wird, kann das alte Gebäude praktisch unbeschränkt weiter benutzt werden. Dieses wird erst nach Abschluss der Bauarbeiten abgerissen.

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