Coronavirus

Schulleiter stützen Steiner: Rückendeckung für Bildungsdirektorin von Lehrerverbänden

Lehrerinnen und Lehrer, wie auch die Leiter von Kantonsschulen, stellen sich hinter die kritisierte Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner. (Archivbild)

Lehrerinnen und Lehrer, wie auch die Leiter von Kantonsschulen, stellen sich hinter die kritisierte Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner. (Archivbild)

FDP, SVP, SP, GLP und AL kritisierten am Montag Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP). In einer gemeinsamen Fraktionserklärung forderten sie Steiner auf, das Konzept für den Wiederbeginn des Präsenzunterrichts zu korrigieren.

Die Parteien stört, dass der Schulbetrieb ab dem 11. Mai im Halbklassenunterricht beginnen soll. Das stelle viele Familien, die auf externe Betreuung angewiesen sind, vor unlösbare Probleme. Unverantwortlich sei es auch, auf die Maturitätsprüfungen zu verzichten.
Diese Kritik können die Zürcher Lehrerverbände nicht nachvollziehen. In einer Medienmitteilung schreibt der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV), dass die Bildungsdirektion den Halbklassenunterricht mit dem ZLV abgestimmt habe. Der Entscheid sei pädagogisch wie gesundheitlich solide begründet.

Schüler eng begleiten und fördern

Nach zwei Monaten ohne Präsenzunterricht seien die Schülerinnen und Schüler nicht alle gleich weit. In kleinen Verbänden könnten sie viel besser individuell abgeholt und unterstützt werden. Besonders bei jungen Kindern sei es wichtig, sie eng zu begleiten und zu fördern.

In Halbklassen sei es zudem wesentlich einfacher, die Abläufe im Zusammenhang mit den Distanz- und Hygieneregeln zu erproben, zu verbessern und schliesslich zu etablieren. Dieser vorsichtige Einstieg signalisiere dem Schulpersonal, den Eltern und den Schülern, dass der Gesundheitsschutz ernst genommen werde.

Die Schulen seien mit der Bildungsdirektion und den Gemeinden mit Hochdruck daran, den Halbklassenunterricht vorzubereiten. Zudem würden in den Gemeinden und Schulen die Betreuungskapazitäten erhöht. Es sei kontraproduktiv, wenn die Politik die ohnehin anspruchsvolle Situation noch verkompliziere.

Auch ohne Prüfung bereit für die Hochschule

Rückhalt bekommt Steiners Bildungsdirektion auch von der Schulleiterkonferenz der Zürcher Kantonsschulen (SLK). Es gebe gute Gründe für den Verzicht der Maturitätsprüfungen, so schmerzvoll dieser sei, schreibt die SLK in einer Mitteilung. Die Maturandinnen und Maturanden seien sehr gut auf die Hochschulen vorbereitet. Sie hätten beim Eintritt ins Gymi strenge Aufnahmeprüfungen bestehen, sich in der Probezeit beweisen und jeweils zum Semesterende den Anforderungen des Promotionsreglements stellen müssen.

Es sei sinnvoller, die Arbeitskraft nun den unteren Klassen zu widmen. Diese müssten mit grosser Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise noch bis zu den Sommerferien im aufwendigen Fernunterricht beschult werden, schreibt die SLK. Deshalb sei es vernünftiger, die Maturandinnen und Maturanden ohne Prüfungen zu verabschieden. «Sie werden besser mit dieser Situation zurechtkommen als die jüngeren Schülerinnen und Schüler.»

Das sieht auch der Verband der Zürcher Mittelschullehrpersonen (MVZ) so. «Unser Augenmerk muss nun im Wesentlichen auf jene Schülerinnen und Schüler fokussiert werden, welche an unseren Schulen noch länger von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sein werden», schrieb der MVZ gestern in einer Mitteilung.

Dringend ein Konzept für untere Jahrgänge

Für die unteren Jahrgänge müsse dringend ein Unterrichtskonzept erstellt werden, damit der Bildungsauftrag mittel- bis langfristig auf allen Stufen gesichert werden könne. «Die Zeit vor den Sommerferien, in der die Maturandinnen und Maturanden nicht beschult werden, kann von den Lehrpersonen dafür gut genutzt werden.»

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