Leserbeitrag
Von A wie Antonius bis Z wie Zitronenglace

Eine Reisegruppe aus der Antoniuspfarrei Kleindöttingen verbrachte einige Tage in der norditalienischen Stadt Padua

Drucken
6 Bilder

Die viertägige Reise war aus Anlass des 40jährigen Pfarreijubiläums von Jugendseelsorger Thomas Scheibel organisiert worden. Weil die Stadt Padua bei uns aber nur wenig bekannt ist, trafen die Anmeldungen zuerst sehr zögerlich ein. Die bunt gemischte Gruppe, die sich am vergangenen Mittwoch Morgen jedoch von Kleindöttingen aus auf den Weg machte, erlebte eine Stadt der Superlative: älteste Stadt Italiens, größter Platz Italiens, zweitälteste Universität Europas, ältester Magnolienbaum der Welt, viele berühmte Künstler und Persönlichkeiten wie zum Beispiel Giotto, Galilei, Donatello und natürlich „Il Santo", wie der heilige Antonius dort liebevoll genannt wird. Auf der Hinfahrt im Car erfuhren die Schweizer Pilger in Form eines „Antonius-Lotto" bereits einiges aus dem Leben des beliebten Heiligen. Dieses war keineswegs gradlinig verlaufen, sondern führte aus einer adligen Familie in Portugal über den Eintritt in den Augustiner- und den Übertritt in den Franziskanerorden und über eine kurze Missionstätigkeit in Marokko schließlich nach Oberitalien. Dort wurde erst relativ spät die umfassende Bildung und das große Redetalent des Antonius entdeckt. Auf zahlreichen Reisen durch Italien und Frankreich erzählte der beliebte Prediger vom Evangelium und setzte sich ganz konkret für Gerechtigkeit und Frieden ein. Natürlich erntete er auch im 13. Jahrhundert dabei nicht von allen nur Beifall. Trotzdem wurde schon im Jahr nach seinem Tod heilig gesprochen, und über sein Leben uns Wirken entstanden zahlreiche Legenden. Über seinem Grab in Padua errichtete man eine einzigartige Kirche, in der romanische, gotische, orientalische, barocke Einflüsse und solche aus der Renaissance kombiniert sind.

Dem Besuch in dieser Kirche und beim Grab des heiligen Antonius galt dann auch der erste Ausflug gleich nach der Ankunft in Padua und dem Bezug des Hotels, das glücklicherweise in unmittelbarer Nähe der Basilika und im Kern der Altstadt lag. Am nächsten Morgen wurden beim Stadtrundgang mit einer kundigen Fremdenführerin zahlreiche Details und Geschichten der Stadt lebendig. Mit viel Humor und Temperament wurden den Reiseteilnehmenden der riesige Justizpalast, das Baptisterium (Taufkirche) beim Dom und das berühmte „Cafè Pedrocchi" nähergebracht. Natürlich wurde die gleichnamige Spezialität des Hauses auch gleich probiert. Am Nachmittag lockten dann der Botanische Garten, das feine Glace oder andere „Dolci" sowie die zahlreichen Geschäfte und der Markt. Zum Abendessen traf dann auch Gemeindeleiterin Christina Burger in Padua ein - gerade rechtzeitig, um mit dem Besuch der von Giotto ausgemalten Scrovegni-Kapelle einen weiteren Höhepunkt mitzuerleben. Die Bilder und Farben sprechen noch nach über 600 Jahren eine ganz eigene Sprache und bezaubern die Betrachtenden.

Am Freitag gab es verschiedene Möglichkeiten, den Tag zu gestalten. Während die eine Hälfte der Reisegruppe einen Ausflug ins nahegelegene Venedig machten, blieben die anderen in Padua und besuchten weitere interessante Gebäude wie zum Beispiel die Universität mit dem ersten anatomischen Hörsaal und dem Lehrstuhl des Galileo Galilei. Die „Dottore, dottore"-Gesänge auf den Straßen, mit denen Studierende ihr bestandenes Examen feierten, erinnerten einen daran, dass Padua auch heute noch eine wichtige Universitätsstadt ist.

Zusammen mit Franziskanerpater Alfredo feierte die Pilgergruppe am Samstag Vormittag einen Gottesdienst im Heiligtum des Antonius und brachte so auch ihren Dank für die schönen Tage, für die vielen Erlebnisse und die gute Gemeinschaft vor Gott. Mit Humor und viel Hintergrundwissen führte der Franziskanerpater anschließend noch ein letztes Mal durch Kirche und Kloster und erläuterte dabei noch manches Detail, das zuvor unentdeckt geblieben war.

Nach diesem Abschiedsbesuch beim heiligen Antonius wartete auch schon der Car am Hotel. Da der Chauffeur seine ID nicht finden konnte, verzögerte sich die Abfahrt um einige Minuten. Aber die Kleindöttinger beruhigten ihn: ein Gebet zum hl. Antonius habe schon oft geholfen, verloren geglaubte Gegenstände wieder zu finden. Und tatsächlich war die ID bei der ersten Rast in der Nähe von Mailand wieder aufgetaucht!

Mit vielen Eindrücken beschenkt und dem Leben und Wirken ihres Pfarreipatrons deutlich näher gekommen trafen die Pilger am Samstag Abend wieder in Kleindöttingen ein. Und viele waren sich darin einig, dass es nicht der letzte Besuch in Padua war.

Aktuelle Nachrichten