Leserbeitrag
Untersiggenthal hilft Nepal

Die Pfarrei Untersiggenthal engagiert sich gegen den weltweiten Hunger. Bis Ostern sammelt sie Geld für die Arbeit von Fastenopfer in Nepal.

Marcel Siegrist
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Über eine Milliarde Menschen leiden weltweit Hunger. Zu den Ursachen gehört auch der internationale Handel mit Spekulationen und subventionierten Agrar-Exporten. Dies thematisiert die Ökumenischen Fastenkampagne 2010 „Stoppt den unfairen Handel: rechtaufnahrung.ch".
In den sechs Wochen vor Ostern sammeln Pfarreien und Kirchgemeinden mit Kollekten, Suppentagen, Verkauf von Rosen und anderen Aktionen für Benachteiligte in Entwicklungsländern. Fastenopfer finanziert und begleitet rund 350 Projekte in 16 Ländern weltweit. Die Pfarrei Herz Jesu in Untersiggenthal hat sich entschieden, mit ihrer Sammlung Menschen in Nepal im Kampf gegen den Hunger zu unterstützen. Die nächste ökumenische Fastensuppe findet am Freitag 19.3. statt (ab 11h45 im katholischen Pfarreizentrum Untersiggenthal). Auch am Samstag und Sonntag (20. und 21. März) und in den Gottesdiensten des Palmsonntages werden die Kollekten für die Arbeit des Fastenopfers in Nepal aufgenommen.

Mehr Gerechtigkeit und Würde für Ausgegrenzte in Kalikot
Der Distrikt Kalikot im Westen Nepals gehört zu den vom Bürgerkrieg am stärksten betroffenen Gebieten. Der Boden ist karg und gibt nicht viel her. Viele Kleinbauernfamilien bauen etwas Weizen, Mais und Hirse an. Doch die Ernte reicht selten für das ganze Jahr. Viele Männer gehen deshalb nach Indien auf Jobsuche.
Hier bringt RSDC, eine Partnerorganisation von Fastenopfer, die sozial und wirtschaftlich Schwächsten dazu, sich in Genossenschaften zusammenzuschliessen. Es sind Kleinbauernfamilien, die den Dalit - den Unberührbaren - oder indigenen Gruppen angehören. Prioritär werden diejenigen Familien und insbesondere Frauen in das Projekt einbezogen, deren Nahrungsmittelproduktion für höchstens sechs Monate im Jahr reicht. Ihre Zeit des Hungerns soll verkürzt, durch gezielte Weiterbildungen im Anbau von Gemüse und Früchten. Die in Spar- und Kreditgruppen organisierte Bevölkerung unterstützt sich gegenseitig bei finanziellen Notlagen oder Nahrungsmittelknappheit. Auch RSDC thematisiert die Bodenrechte und den Uterusvorfall.

„Partner statt Hilfeempfangende"
Dieses Projekt ist beispielhaft: Fastenopfer bringt den Notleidenden keine Hilfsgüter und baut keine Brunnen oder Schulen. Fastenopfer betreibt keine punktuelle Unterstützung, sondern leitet einen Prozess ein. Das Hilfswerk organisiert die Menschen, damit sie ihren Brunnen selber bauen, damit sie die Schule bei den verantwortlichen Behörden einfordern, damit sie sich selber helfen können. „So werden aus verarmten Menschen wertvolle Partner und nicht bloss Hilfeempfangende", erklärt Antonio Hautle, Direktor von Fastenopfer. Voraussetzung ist aber Solidarität, wie sie die Pfarrei Untersiggenthal mit ihrer Unterstützung eindrücklich vorlebt.
Unterstützen auch Sie die Arbeit von Fastenopfer mit einer Spende auf PC 60-19191-7.
Weitere Informationen: www.fastenopfer.ch; www.rechtaufnahrung.ch

Bild: Kastenlose und Frauen werden in Nepal als Menschen zweiter Klasse angesehen: Zwei Nepalesinnen machen mit Ihren Lasten eine Rast.

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