Leserbeitrag
Sommerlager von Jungwacht/ Blauring Leuggern in Zimmerwald/BE

Lager unter dem Motto "Himmel und Hölle"

Marcel Siegrist
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In Zimmerwald bei Bern hatte das Leitungs-Team von Jungwacht und Blauring Leuggern zusammen mit Ehemaligen am vergangenen Wochenende bereits einen Teil der Zelte und die wichtigsten Lagerbauten für das Sommerlager aufgestellt. Der zeitweise sehr starke Regen und eine in der Nähe stattfindende Grossveranstaltung machten diese Aufgabe sehr schwer. Vielleicht hatte man den Wetter ja mit dem Lagermotto „Himmel und Hölle" provoziert?

Am Montagmorgen war sicherlich manch einer erstaunt, auf dem Kirchplatz Leuggern 31 Kinder und 17 Leiter/-innen mit kleinen Teufelshörnern oder mit Heiligenscheinen und Engelsflügeln zu sehen. Zusammen mit Eltern und Geschwistern trafen sie sich vor der Abfahrt ins 10tägige Sommerlager vor dem Haupteingang der Kirche von Leuggern. Vor der Abfahrt lenkte Pfarrer Stefan Essig die Blicke zunächst nach oben - nämlich auf die Figuren der beiden Namenspatrone der Kirche, Petrus und Paulus, und auf die Gegenstände, welche sie in Händen halten. Kaum jemand hatte das Schwert des Paulus sowie Schlüssel und Schriftrolle des Petrus schon einmal bewusst wahrgenommen. Was es damit auf sich hatte, sollte im weiteren Verlauf des Reisesegens deutlich werden. Präses Thomas Scheibel lud alle zu einer kleinen Wanderung durch die Kirche ein, während der er von zwei Mönchen berichteten, die von einem Ort gehört hatten, an dem sich Himmel und Erde berührten, und sich auf die Suche nach diesem besonderen Ort machten. Ihre Ausdauer wurde schliesslich belohnt, und sie fanden die ersehnte Türe - leider verschlossen. Mit einem Schlüssel gelang es Pfarrer Stefan Essig im Spiel aber dennoch, sie zu öffnen. Als er wieder hervorkam, verriet er zwar nicht, was die Mönche in der Geschichte hinter der Türe fanden, versicherte aber, dass die Lager¬teilnehmer/-innen im Lager selbst diese Erfahrung machen würden. Gleichzeitig überreichte er Tageschefin und Scharleiterin Marina Vögeli einen grossen Schlüssel, damit sie nicht auch während des Lagers plötzlich vor einer verschlossenen Türe Halt machen müssten. Mit Fürbitten, Vaterunser, zwei Liedern und einem Segensgebet verabschiedete er die Anwesenden und wünschte einen guten Lagerverlauf. Nach kurzem Abschied machten sich alle mit Sack und Pack - der grösste Teil des Gepäcks war bereits am Tag zuvor transportiert worden - auf den Weg zur Postautohaltestelle.

Auf dem Lagerplatz angekommen überraschte das Küchenteam unter der Leitung von André Erne die Lagerteilnehmer mit einem erfrischender Willkommensapéro. Nach einer kurzen Pause machten sich dann alle gemeinsam daran die Zelte aufzubauen. Des Weiteren wurden Wassergräben durch den ganzen Lagerplatz gebuddelt, um dem erwarteten (Gewitter-) Regen entgegenzuwirken.
Am Abend konnten sich alle mit Gehacktem mit Hörnli und Apfelmus stärken. Eine Einführung ins Lagermotto „Himmel und Hölle, wenn aus Engel Bengel werden" stand anschliessend auf dem Programm. Der Schlüssel mit Namensschildern sämtlicher Lagerteilnehmer und Leiter/-innen, welche auf der Hinreise noch eifrig gebastelt wurden, hat der Lagerleiter Fabian Obrist gut sichtbar im Aufenthaltszelt aufgehängt. Mit diesem Ritual ging der erste Lagertag zu Ende.

Als die Lagerteilnehmer am Dienstagmorgen sich dann zum Morgenessen versammelten, bemerkten sie schnell, dass der Schlüssel verschwunden war. Anstelle von diesem fanden sie einen Brief vor, in welchem ihnen der Bengel mitteilte, dass die Lagerteilnehmer im Verlauf des Tages ein Lagerdenkmal erstellen müssen, um in der Folge Hinweise zum Verbleib des Schlüssels zu erhalten. Der Schlüssel, welcher den Eintritt auf den Lagerplatz ermöglicht hat, wird nämlich für das Verlassen das Lagerortes am Mittwoch in einer Woche unbedingt wieder benötigt. Während die einen sich daran machten die Forderung zu befolgen, fuhren die anderen fort den Lagerplatz mit wichtigen Lagerbauten aufzupeppen. Eine Dusche wurde erstellt, eine Feuerstelle errichtet und ein auch das Loch für das Lagerfeuer konnte an diesem Morgen noch gegraben werden.

Nachdem das Mittagessen unter dem Sarasani bei leichtem Nieselregen eingenommen wurde, kam am Nachmittag sogar wieder ein wenig die Sonne zum Vorschein. Somit stand dem ersten Geländespiel von diesem Lager nichts mehr im Weg. Die Kinder wurden in drei Gruppen aufgeteilt und hatten die Aufgabe jeweils ein eigenes Feuer zum brennen zu bringen und dieses dann auch möglichst bis am Ende des Spieles zu unterhalten. Das Material dazu, also Holz, Zundhölzli und Zeitungen konnte sie sich an einem Materialposten gegen Spielsteine als Entgelt kaufen. Die Spielsteine mussten sie sich aber zuerst von Leitern ergattern, welche sich auf dem ganzen Spielfeld verteilt hatten. Erschwert wurde die Aufgabe von Wasserballons, welche nach einer gewissen Zeit beim Materialposten bezogen werden konnten und mit welchen die Spieler versuchen konnten ein gegnerisches Feuer zu löschen.

Am Abend zeigte sich, dass sich der Aufwand wirklich gelohnt hat, welcher das Graben der Entwässerungsrinnen am Vortag mit sich brachte. Just in dem Moment als die Fischstäbli mit Salzkartoffeln und Spinat angerichtet waren, brach über dem Lagerplatz ein Gewitter mit heftigem Regenfall los. Anschliessend an das eher turbulente Nachtessen machten sich alle dran sich mottogerechte Verkleidungen zu basteln. Die eine Hälfte der Teilnehmer nähte sich rote Teufelshörner, die andere machte sich daran sich einen Heiligenschein aus Draht und Watte zu gestalten. Kurz bevor es schliesslich eindunkelte hatten alle ihre Arbeiten abgeschlossen.(nmü)

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