Leserbeitrag
Pietro Borrini fordert Weltmeister im Jagdturnier in Münden

326 Bogenschützinnen und Schützen beim 3D-Jagdturnier

Marcel Siegrist
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In Hannoversch Münden stellten sich am letzten August Wochenende 326 Bogenschützen und Bogenschützinnen der Herausforderung des 3D-Jagdturnieres organisiert durch den SV Gut Schuss Volksmarschen. Es war ein edles Turnier waren doch die meisten der Teilnehmer und Teilnehmerinnen in ihren Kategorien während ihrer Bogenschützenkarriere bereits sehr erfolgreich. So waren Deutsche Meister, Europameister sowie der amtierende Weltmeister in der Kategorie Bowhunter Compound, Adolf Harmutter, anwesend. Aus Klingnau nahm Pietro Borrini von den Bogenschützen Geronimo Klingnau als einziger Schweizer am Turnier teil. Für Pietro Borrini bestand die Herausforderung darin erneut gegen Adolf Harmutter antreten zu können. Letztes Jahr an der Europameisterschaft in Estland wurde er von Adolf Harmutter um nicht weniger als 291 Punkte geschlagen.

Bei angenehmem Wetter konnte das Turnier an zwei Tagen durchgeführt werden. Die Bogenschützen hatten jeden Tag einen andern Parcours mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad zu bewältigen. Geschossen wurde auf 28 Kunststofftiere in Lebensgrösse. Dies waren beispielsweise gehende, stehende, sitzende oder liegende Hasen, Dachse, Füchse, Rehe, Wildschweine, Strausse, Bären und sogar ein Waipiti-Hirsch. Die Aufstellung der Tiere erfolgte nach typischer Jagdsituation, das heisst meistens etwas gedeckt durch einen Baum, Gestrüpp oder eine Bodenwelle, was den Bogenschützinnen und -schützen einiges abforderte. Gewertet wurde der erste Treffer von möglichen 3 Pfeilen. Je nach Treffer waren 15, 12, 10 oder bei einem Fehlschuss 0 Punkte zu holen. Die Schussdistanzen lagen zwischen 20 und 75 Yards (19 bis 74 Meter). Nachdem am ersten Tag Pietro Borrini um 2 Punkte vor Adolf Harmutter lag musste er sich am Schluss um lediglich 5 Punkte von ihm geschlagen geben.

Der Austragungsort Hannoversch Münden liegt etwa 25km nordöstlich von Kassel und gilt mit seinen 700 Fachwerkhäusern aus 6 Jahrhunderten als das Fachwerkjuwel Deutschlands. Die Stadt ist zudem geprägt von drei Flüssen der Werra, der Fulda und der Weser. In einem Gedicht auf dem Weserstein ist folgendes festgehalten „wo Werra und Fulda sich küssen, sie ihren Namen büssen müssen, entsteht durch diesen Kuss bis zum Meer der Weserfluss". In dieser prachtvollen Stadt wirkte auch Doktor Johann Andreas Eisenbarth. Seine Art zu praktizieren war um 1800 sehr sehr aussergewöhnlich, so dass im Laufe der Zeit dazu ein Studentenlied entstand - „Ich bin der Doktor Eisenbart, kurier die Leut nach meiner Art, kann machen dass die Blinden sehen, und dass die Lahmen wieder gehen. Es hatt einmal ein alter Mann, im Rachen einen hohlen Zahn, ich schoss ihn raus mit der Pistol, ach Gott wie ist dem Mann so wohl." (mzi)

Bild: Die Gruppe 26 mit Pietro Borrini vor ihrem Start des Jagdturniers des SV Gut Ziel Volksmarschen e.V. in Hannoversch Münden. Vlnr: Alex Polyzos vom Bogensport Grünberg (D), Adolf Harmutter, Weltmeister, von den Yukon Bowhunters Nürtingen (D), Pietro Borrini von den Bogenschützen Geronimo Klingnau (CH), Frank Taske vom Bogensport Grünberg (D) und Manuel Witt des SV Gut Ziel Volksmarschen (D).

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