Leserbeitrag
Osterfeierlichkeiten in der reformierten Kirche

sabrina racine
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Beginnend mit dem Leiden, der dunklen Seite des Lebens am Karfreitag, über das Schöpfen von Hoffnung in der Osternachtsfeier am Samstag, bis zur Lebenskraft und Lebensfreude am Ostersonntag, wurden Themen, die uns alle betreffen in den Feiern über die Ostertage erfahrbar gemacht.

Ein grosses, kantiges, eckiges Holzkreuz, stehend neben dem Abendmahltisch, als Symbol des Leidens von Jesus am Karfreitag. In der dunklen Kirche erwartete die Besucher des Gottesdienstes eine meditative Reise mit Bildern aus einem irischen Kreuzweg von Imogen Stuart. Passende Bibeltexte las Christoph Guggisberg. Dazu Gedanken von Pfarrer Reto Bichsel zum Weg Jesu, der sich ins reale Leben übertragen lässt: „Enttäuschungen, Hoffnungen, die sich nicht erfüllen, Diagnose von Krankheiten, Leiden, Tod. Solche Geschehnisse lassen uns erstarren. Und doch ist es am Ende des beschwerlichen Weges immer nur ein vermeintliches Ende. Wir wissen, glauben und hoffen, dass die erlösende Ruhe und der Frieden, der ausgestrahlt wird, nicht das Ende ist, sondern die Geburt in ein neues Leben.“

Die Osternachtsfeier erinnerte etwas an Weihnachten: mit viel Kerzenlicht wurden stimmungsvolle Lieder gesungen, die durch ein Quintett harmonisch begleitet wurden. Zu Beginn passend das Lied aus Taizé: „Im Dunkel unsrer Nacht entzünde das Feuer das nie mehr erlischt.“ Das Holzkreuz, dieses Mal am Boden liegend, wurde von den Besuchern als Zeichen der Hoffnung mit vielen Kerzen bedeckt.

Die Krönung der Feiern ist die Auferstehungsfeier von Christus am Ostersonntag. Das Holzkreuz, wieder stehend neben dem Abendmahltisch, wunderschön geschmückt von vielen farbigen Blumen, mitgebracht von den Besuchern. Der Anblick versprüht unbändige Lebensfreude, die von Gott, dem Spender von Trost und Kraft, über die Natur erweckt wird. Denn Sorgen, so Reto Bichsel, seien nicht das, was unser Leben bestimme. Verluste und Sterben seien Teil vom Leben, jedoch nicht das Letzte. Die Predigt stützte sich auf die Ostergeschichte aus dem Markusevangelium, gelesen von Esther Bichsel. Oft werde die Geschichte um die Auferstehung hinterfragt. Reto Bichsel symbolisierte mit einem Kartonrohr einen „Tunnelblick“, der gefangen von der Idee des „Machbaren“, keine Offenheit für Neues und keine Visionen mehr zulässt. Davon gelöst, könne Undenkbares denkbar gemacht werden und einem bewusst werden, dass immer ein Neuanfang möglich sei.

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