Leserbeitrag
Orgelkonzert in der Reformierten Kirche Oberentfelden

Zur Einweihung der renovierten Orgel

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Zahlreich waren die Gäste am vergangenen Samstag in die Oberentfelder Kirche gekommen, um den zwei Organistinnen Jolanda Hoffmann und Lynn Suter sowie dem Organisten Philipp Stössel zuzuhören, die sonnst jeweils zum Sonntags-Gottesdienst spielen.
Zwar tut die Orgel nach der Revision schon geraume Zeit treu und wohlklingend ihren Dienst, aber gut Ding will Weile haben. Und das „Ding" war denn auch mehr als nur gut!
Moderiert durch die beiden Pfarrer Andreas Wahlen und Peter Hediger, die Informationen zu Komponisten und Werken mit weiterführenden Bemerkungen und teils humorvollen persönlichen Einlagen zu kombinieren wussten, führten uns die drei Profis vom Barock bis zur Moderne.
Von allen drei Musikern war ein traditionelles Werk zu hören: Buxtehude, Pachelbel und Bach machten den Auftakt und brachten mit ihrer Klangfülle schier die Kirche zum Vibrieren. Die Zuhörerin, der Zuhörer fühlten sich ins 17. und 18. Jahrhundert zurückversetzt ob der authentischen, einfühlsamen Interpretationen.
Felix Mendessohn, der Wiederentdecker Bachs, schlug die Brücke zu unserer Zeit und wurde dann abgelöst von Léon Boëllmann aus dem vorletzten Jahrhundert. Mit seinem klanglich variantenreichen Gebet brachte Jolanda Hoffmann die Stimmung in die Kirche, die man sich dort wünscht und die Toccata klang durch ihre Form und Melodie wohl vertraut an.
Mit dem früh im zweiten Weltkrieg gefallenen Jehan Alain wusste uns Philipp Stössel mit ungewohnten Klängen zu verzaubern und zum Schluss brachte uns Lynn Suter durch ein weiteres Werk aus dem letzten Jahrhundert, das sie selbst für Orgel arrangiert hatte, und Eigenimprovisationen zum Entspannen und Klatschen.
Das alles waren Klänge, die man vom Gottesdienst her nicht gewohnt ist. Das Konzert macht Lust zu einer Fortsetzung, was man im anschliessenden Apéro auch mehrfach hörte. P.H./A.M.