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Seniorennachmittag – eine virtuelle Reise nach Madagaskar

Andrea Giger
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Bild: Andrea Giger

Bild: Andrea Giger

(chm)

Ev.- Ref. Kirchgemeinde Möhlin

(A. Giger)

Am 1. Juni durften die reformierten Senioren und Seniorinnen aufatmen, die beliebten Seniorennachmittage konnten unter Auflagen endlich wieder starten. An diesem Nachmittag begrüsste Sozialdiakon M. Brunner als Gastreferentin im reformierten Kirchgemeindesaal Sigristin Natalie Häusler, die über ihre Kindheitsjahre auf der Insel Madagaskar berichtete.

N. Häusler wurde das Reise-Gen früh in die Wiege gelegt. Ihren Vater, von Beruf Bierbrauer zog es immer in die Ferne. Sein Beruf, insbesondere die Spezialisierung zum Mälzer, war auf der ganzen Welt gefragt. Daher verbrachte N. Häusler ihr zweites bis sechstes Lebensjahr auf Madagaskar, der viertgrössten Insel der Welt.

In ihrem Bericht zeigte sie Fotos von verschiedenen Regionen der Insel, die in Teilen auch touristisch gut erschlossen sind. Der Vater nutzte jede freie Minute, um mit seiner Familie die Umgebung zu erkunden. Damit wurde Häusler bereits früh das Reise-Gen in die Wiege gelegt. Die Anwesenden im Saal erfuhren viel von Fauna und Flora und so manch anderem Wissenswerten zur Insel, z. B. dass Piraterie auf der Insel tatsächlich existierte und heute noch durch einen Friedhof auf der Insel St.Marie nachweisbar ist.

Madagaskar ist bekannt wegen seiner Flora und Fauna, die weltweit einzigartig ist. Berühmtes Beispiel sind die Lemuren, oder auch grosse Schmetterlinge wie der Kometenfalter und Chamäleons. Bekannteste Pflanze der Insel ist wohl der Affenbrotbaum, auf der Insel wachsen auch viele seltene Orchideen-Arten. Der in unseren Breitengraden bekannte Weihnachtsstern wächst dort wild in ganzen Wäldern.

Die virtuelle Reise über die Insel wurde ergänzt durch private Kindheitserinnerungen der Sigristin, die ihre Kindheit auf der Insel als einzigartig, abenteuerlich und schön bezeichnete. Fotos zeigten sie vor der Brauerei, vor dem Wohnhaus oder bei einigen der vielen Ausflüge und Reisen auf der Insel, die sich Ende der 60er/Anfang 70er-Jahre zum Teil recht abenteuerlich gestalteten.

Ebenso erfuhr man auch Interessantes über den Totenkult auf der Insel, der regional sehr facettenreich ist. Alle 7 Jahre werden die Toten aus der Gruft geholt und die Familien verbringen in einem fröhlichen Fest den ganzen Tag mit den Toten, bevor diese am Abend – in neue Tücher eingewickelt – wieder in die Gruft gebettet werden.

Es war spannend, N. Häusler statt als Sigristin als Reisereporterin zu erleben, und auch hier zeigte sie ihr Talent. Ihr wurde mit grossem Applaus gedankt. Beim anschliessenden Zvieri konnte auch noch die eine oder andere Frage beantwortet werden.