Leserbeitrag
Narrenfieber in und um Leibstadt

Leo Erne
Merken
Drucken
Teilen
Bilder zum Leserbeitrag

Bilder zum Leserbeitrag

Ueber 3000 Narren in der Fasnachts-Hochburg

Vom 16. bis 18. Januar 2015 verwandelt sich Leibstadt zur Fasnachts-Metropole am Hochrhein. Das internationale Narrentreffen wartet mit einem imposanten Programm auf von Guggeabenden über Kindernachmittag und Fasnachtsgottesdienst bis hin zum Umzug. Eine der aktivsten Guggemusiken der Schweiz im zwischenzeitlich hohen Gugge-Alter von 37 Jahren sind die „Seifesüder“. Der von Josua Vögele präsidierte Leibstadter Verein hat sich auch international einen Namen gemacht. Er umfasst 45 Aktivmitglieder. Zur Familie zählen über 50 Ehrengugger sowie 600 Passivmitglieder, Gönner und 99-er-Clubmitglieder. Seit 2013 vereinigt zudem “le club” 50 Mitglieder als Supporter. Bewegt und unkonventionell sind all die bisherigen Jahre über die Bühne gegangen – und dies weit über die närrische Zeit und das Thema Fasnacht hinaus. Das Risottoessen alljährlich an Bettag mit dem Reingewinn zu Gunsten einer sozialen Institution ist ein Beispiel dafür.

Des Kindes Vater heisst Leo Kalt

Dem Urgestein der Seifesüder, dem Ehrenpräsidenten Leo Kalt, verdankt der Verein den Namen. Die eingesessenen „Kalts“ im Dorf berichten noch heute von der guten alten Tante mit dem Beinamen „Seifesüders Lina“. Auf Leo Kalts fasnächtlichem Ideenberg ist auch die Anregung gewachsen, jeweils bei Erreichen einer Primzahl ein unübliches Fest steigen zu lassen. So erleben Leibstadt und eine grenzüberschreitende Region nach 2009 das zweite grosse Narrentreffen; diesmal unter der Leitung von Josua Vögele. Vizepräsident des 25köpfigen OK ist notabene Leo Kalt. Fasnacht am Hochrhein verankert Die Idee, der am Hochrhein beheimateten alemannischen Fasnacht für drei Tage einen Platz einzuräumen, löste vor sechs Jahren ein gewaltiges Echo aus. Angesichts der kulturellen Bedeutung der Veranstaltung mit ihrem grenzüberschreitenden Charakter und der Pflege eines wichtigen Brauchtums steht auch der Kanton Aargau („Swisslos“) neben der Gemeinde, der Stiftung Pro Leibstadt und vielen Sponsoren nicht zurück. Die Schirmherrschaft liegt in den Händen von Nationalrat Hansjörg Knecht mit Wohnsitz im Dorf.

Umzug als Kernstück

Um die traditionellen Events während der Fasnachtszeit nicht zu konkurrenzieren, wurde für das Narrentreffen wieder ein früher Zeitpunkt gewählt. Das Dreitage-Programm und das Gastro-Angebot mit 15 Beizen oder Ständen mit breiter Dorfvereinsunterstützung sind vielfältig. Guggenmusikfreunde haben dreimal “Hochzeit”. Am Samstag stehen Kinderfasnacht und am Vorabend ein Fasnachtsgottesdienst auf dem Programm. Mit 79 Gruppen mit rund 3'000 Teilnehmenden stellt der Umzug am Sonntagnachmittag, 18. Januar 2015, mit Beginn um 13.37 Uhr den Höhepunkt des Narrentreffens dar. Auf gesperrten Strassen zieht sich der fasnächtliche Wurm vom Ober- ins Ausserdorf. Fasnachtsvereine reisen aus der Schweiz, dem süddeutschen Raum und aus dem Fürstentum Liechtenstein an. Dank Entgegenkommen der Polizei-Verantwortlichen kann die Strasse Richtung Leuggern phasenweise gesperrt werden.

Weitere Infos unter www.narrentreffen.ch

Von Mario Walde und Leo Erne