Leserbeitrag
Männerriege Wohlen in der Grimselwelt

Fabienne Schmid
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Schon einige Tage vor der Turnerfahrt verkündete Meteo Schweiz strahlendes Sommerwetter für das Wochenende vom 18. August. Die Tour konnte also nach Programm ablaufen. 22 Männer fuhren von Wohlen mit Zug und Bus nach Handeck (Meiringen). Dort wartete eine kleine Mutprobe: Es galt die Hängebrücke zur Gelmerbahnstation zu überwinden. Dann folgte gleich die grosse Mutprobe: Die Fahrt mit der steilsten Standseilbahn Europas von Handeck zum Gelmersee hinauf. Der Blick in die Tiefe war unheimlich und manch einer liess die Augen nur am Horizont verweilen.

.Nach einer kurzen Zwischenverpflegung begann der Abstieg vom Gelmersee zur Grimselpassstrasse hinunter (Kunzentännlein). Der Weg war nicht allzu schwierig, aber steil und verlangte die volle Konzentration der Wanderer. Der älteste Teilnehmer (Walti Zulauf) schaffte dies mit 89 Jahren souverän und erhielt spontanen Applaus. Weiter ging es zum Grimsel-Hospiz. Die einen zu Fuss, die andern mit dem Bus. Auf dem Hospiz trafen sich die beiden Gruppen, genossen ein Bier, denn der Aufstieg war steil und die Sonne brannte erbarmungslos. Das Nachtlager, Hotel Grimselblick, war vom Hospiz in einer guten Stunde zu erreichen. Wiederum: Die einen zu Fuss, die andern mit dem Bus. Das feine Nachtessen und fröhliche Gespräche liessen den anstrengenden Tag vergessen. Eine Wanderung der Männerriege soll auch kulturelle Inhalte anbieten. Der Vortrag von Herrn Gemmet über die Geschichte der Grimsel, aus Berner- und Walliser Sicht ,erfüllte diesen Aspekt hervorragend. Sein Dialekt entlarvte ihn als "Doppelbürger".

Am nächsten Morgen stand der Abstieg nach Oberwald auf dem Programm (800 Höhenmeter). Vorher besichtigten alle die Kristallgrotte des Hotels Grimselblick. Die Wanderung des zweiten Tages war angenehm, ging es doch auf guten Wegen immerzu bergab. Aber es wurde immer wärmer und wärmer...

Im Zug von Oberwald nach Wohlen holten einige den verpassten Schlaf vom Vorabend nach, wohl auch, weil die Wartezeit bis zur Zugsabfahrt mit einem kühlen Bier verkürzt werden konnte. Ohne Zwischenfall auf der Tour, glücklich und erfüllt von den vielen Erlebnissen erreichten alle den Heimatbahnhof Wohlen. Der Muskelkater folgte erst am nächsten Tag....

Heinrich Hubeli, Wohlen

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