Leserbeitrag
Männerkongregation Mariä Himmelfahrt Solothurn und Franziskanische Gemeinschaft auf Wallfahrt

Ernst Hagmann
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Alle zwei Jahre unternimmt die Männerkongregation Mariä Himmelfahrt zusammen mit der Franziskanischen Gemeinschaft eine Kurzwallfahrt zu einem Heiligtum, das von Solothurn aus in einem Nachmittag erreichbar ist. Das Ziel der diesjährigen Wallfahrt war Heiligkreuz im Entlebuch.

Um 13.00 Uhr liess der Car die Stadt hinter sich. Er war mit 30 gutgelaunten Teilnehmerinnen und Teilnehmern locker gefüllt und fuhr bei mildem Herbstwetter Richtung Burgdorf. Hier stimmte der Präses, Weihbischof em. Martin Gächter, Präses der Männerkongregation und der Franziskanischen Gemeinschaft, den Rosenkranz an. Unterdessen ging die Fahrt weiter durch das Emmental und das Entlebuch bis nach Schüpfheim. Von dort stieg der Weg steil an auf fast 1200 Meter Höhe. Hier liegt Heiligkreuz, Wallfahrtsort, Kraftort, Tagungsort und Sportstätte mit geschütztem Ortsbild. Die Aussicht auf das Mittelland bis hin zum Jura ist einmalig.

Bischof Martin hatte uns inzwischen über die Anfänge des Wallfahrtsortes Heiligkreuz unterrichtet: Kurz nach dem Jahr 300 nach Christi Geburt wurde in Jerusalem gemäss der Legende das Kreuz aufgefunden, an dem Jesus hingerichtet worden war. Partikel dieses Kreuzes wurden in der Folge in der ganzen christlichen Welt verteilt und verehrt. Auf geheimnisvoll-verschlungenen Pfaden gelangte im Laufe der Zeit ein Partikel dieses heiligen Kreuzes auch ins Entlebuch.

Hier in dieser einsamen Waldgegend hatte sich im 14. Jahrhundert eine kleine Eremitengemeinschaft niedergelassen und hier nahm auch die Verehrung des heiligen Kreuzes ihren Anfang. Mit der Zeit bildeten sich Bruderschaften zur Förderung der Wallfahrt und die Gemeinden in der Nachbarschaft unternahmen regelmässig Bittgänge und Prozessionen zum Heiligtum.

Nach einem heftigen Unwetter, das die alte Kapelle beschädigt hatte, wurde Ende des 16. Jahrhunderts eine neue Kirche im spätgotischen Stil erbaut, die Mitte des 18. Jahrhunderts vergrössert und barock umgestaltet wurde, so wie sie sich heute noch präsentiert. Die Heilig Kreuz-Partikel wurde in eine Monstranz integriert und diese steht zur Verehrung auf dem Hochaltar. Während früher an gewissen Tagen bis zu 6000 Pilger den Weg zum Heiligtum fanden, ist der Zustrom heutzutage bescheidener.

In der prächtigen Barockkirche zelebrierte der Präses eine heilige Messe und führte uns anschliessend durch die Architektur der Kirche.

Was auf keiner Wallfahrt zu kurz kommen darf, ist eine kräftigende Pilgermahlzeit. Dazu steht neben der Kirche das Hotel Kurhaus Heiligkreuz, wo wir voll auf unsere Kosten kamen.

Nochmals ein letzter Blick auf das Mittelland im herbstlichen Abendlicht. Dann führte der Chauffeur die Schar sicher durch den Abendverkehr nach Hause zurück.

Es war ein beschaulicher und bereichernder Nachmittag. Ein herzliches Dankeschön geht an Heinz Rüfenacht, den Vorsteher der Männerkongregation und der Franziskanischen Gemeinschaft, der das alles perfekt organisiert hatte und an Bischof Martin für seine spirituelle Begleitung.

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