Leserbeitrag
Lesung der Kulturkommission Staufen

Marcel Siegrist
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Simon Libsig voll seinem Element_dem intensiven sprachlichen Ausdruck mit.jpg

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Alltagsgeschichten gepaart mit sich reimenden Erzählungen aus seiner Jugend frisch von der Leber weg waren die erfolgreiche Mischung seines unterhalt-samen Programms «Sprechstunde». Das Zopfhuus in Staufen war bis auf den letzten Platz besetzt und das Publikum begeistert.
Kaum angefangen war der Künstler schon mitten im Thema «Sprechstunde»: Auf die Frage ans Publikum «Wie geht’s?» antwortete dieses voller Vorfreude einstimmig mit «gut». Die Überleitung war gelungen: «Frühmorgens vor dem Spiegelschrank im Badezimmer stehend sind viele Menschen etwas irritiert bei der Antwort auf eben diese Frage. Und was ist in diesem Schrank aufbewahrt? Oftmals eine ganze Sammlung an Medikamenten», schilderte der Künstler dieses alltägliche Ritual. Es folgte eine virtuose und amüsante Aufzählung von allerlei Arzneimittel von Clearasil über Xenical bis Alcacyl. Für Nebenwirkungen fragen Sie den Künstler...

Sprache wie ein Sportplatz
Der humorvolle Gesellschaftsbeobachter spielt regelrecht mit Wort und Satz – und auch Wortschatz. Für ihn ist eben die Sprache wie ein Sportplatz. «Als kleiner Bub in der Schule war ich unsicher und schüchtern, Vortragen war mir stets ein Horror», malt Simon Libsig sein Porträt. Es folgte eine Kostprobe an Werbeslogans mit immer wieder überraschenden Reimen. Diese bewiesen genau das Gegenteil – à propos er sei ein Antitalent der Sprache...

«Oma, Grossvater und ein Jugendfreund als meine Helden»
Sein witziger Mix aus Slam Poetry, Comedy und Storytelling handelte von sehr präzise gezeichneten Charakteren. Da war mal seine 95-jährige Grossmutter, die sich ganz flink in der Welt der «Bits and Bites» bewegt. «Jetzt seid ihr Jungen am Drucker», endete der Schwall an Begriffen aus den Neuen Medien. Beim Grossvater trifft das Sprichwort «der Apfel fällt nicht weit vom Stamm» zu – er wurde als Mentor geschildert. Markus, seinem Jugendfreund, begegnete er eher mit Neid, da er ein Ticket für ein Pop-Konzert für ein Schnäppchen ergatterte.
Weitere Mediengrössen im Programm
Simon Libisg ist einem breiten Publikum von den Montagsgeschichten im Radio Argovia bekannt. Das Programm der Kulturkommission Staufen wartet dieses Jahr noch mit weiteren Künstlern, welche regelmässig in den Medien aufgetreten sind –
oder es noch immer tun – auf. Heiri Müller (am 15. März), der ehemalige Tagessschausprecher oder das Frölein da Capo (19. September) aus der Satiresendung Giacobbo/Müller werden ebenso kulturelle Leckerbissen bieten – wie es Simon Libsig war. Eine Sprechstunde mit Neben- oder besser einer langen Nachwirkung...
Das ganze Jahresprogramm der Kulturkommission Staufen ist auf der Website : www.kultur-staufen.ch abrufbar.

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