Leserbeitrag
Lenzburger Gewehrschützen auf dem Rütli

Lenzburger Delegation war an historischer Stätte im Einsatz.

Fritz Thut
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Die Lenzburger Gewehrschützen auf dem Rütli lernten am Mittwoch vor Martini den ältesten Urner kennen! Mit warmen, heftigen Böen stürmte der „Kopfweh-Wind" vom Gotthard-Massiv herab durchs enge Reusstal und über den Urnersee hinweg. Peitschte weisse, quirlige Gischtpferdchen auf den Wellen Richtung Brunnen und brachte die auf der Rütliwiese knienden Schützen in arges Wanken. Manche „pendule" zu deutsch „en Nuller" gingen auf sein Konto!

Was für einen National-Kader-Schützen eine Olympia- oder WM-Teilnahme ist, ist für einen normalen Hobby-Sportschützen die Einladung ans alljährliche Rütli-Schiessen! Während die Lenzburger Pistoleure alle zwei Jahre als Gastsektion am Rütlipistolenschiessen vor Ort sind, braucht es für die Lenzburger Gewehrschützen einiges mehr. Als nichtständige Gastsektion braucht es eine alljährlich erneuerte Bewerbung. Heuer hat es nun geklappt! Die Enttäuschung über die Absage blieb dieses Jahr aus. Nach geschlagenen 10 Jahren Wartezeit reisten nun zwei Schützinnen und sechs Schützen an besagtem Mittwoch in aller Herrgottsfrühe begleitet von zwei nicht schiessenden Kameraden nach Brunnen, von wo sie mit dem 7 Uhr-Schiff übergesetzt die Mythen- und Legenden-trächtige Alpwiese erreichten. Die Scheiben standen dicht an dicht am steilen Berghang in doppelten Reihen übereinander. Da hiess es schon, sich konzentrieren! Kaum war die Ablösung aufgerufen, hatte man sich hinzuknien, aufs Kommando die Gewehre zu laden, anzuschlagen und die 15 Schuss in 1, 2 und 2 Minuten möglichst auf die eigene Scheibe zu bringen. Hernach machte man es sich an den Tischen auf der Rütliwiese gemütlich, verzehrte die mitgebrachten Herrlichkeiten, oder liess sich von andern Rütlischützen auf deren Spezialitäten einladen. Gut, sassen wir grad bei den Zugern! So kamen wir in Genuss der feinen Kirschtorten-Häppchen! Nach dem „Ordinäri" Fleischsuppe und Bernerplatte, folgte man der Einladung der Berner Stadtschützen, deren Zelt zu besuchen. Genüsslich machte man sich da über die „Hamme-Chäs-u-Züpfe-Versuecherli" her und wusste auch den gereichten Wein zu würdigen.
Nach der im Lauf des Nachmittages abgehaltenen Landsgemeinde mit Verstorbenen-Ehrung, Ansprache des Urner Landammannes und Absingen der ersten Strophe unserer Landeshymne erfolgte die Becherverteilung. Wir Lenzburger stehen mit guten 60,250 Punkten auf dem 19. Rang von total 46 Gastsektionen. Den schönen Sektionsbecher aus Silber durfte Kamerad Peter Haas mit tollen 75 Punkten in Empfang nehmen. Dieser „Pokal" wurde am Abend im Rest. Oberstadt gut gefüllt im Kreis der Schützen rundum gereicht. Der Sieger liess sich nicht lumpen und lud uns alle zu einem feinen Znacht ein. Ein unvergesslicher Tag hatte seinen würdigen Abschluss gefunden.

Resultate: Haas Peter 75P., Isler Walter 73 P., Senn Ernst 63 P., Oertig Thomas 60 P., Frey Thomas 60 P., Brühlmann Ueli 59 P., Baumann Madeleine-C. 58 P., Müller Rosmarie 34 P. (def. Gewehrriemen!).

M.-C. Baumann

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