Leserbeitrag
Konfirmationsthema «nah und fern» hautnah erlebt

Marcel Siegrist
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Bereits zum dritten Mal fuhr Pfarrer Lutz Fischer-Lamprecht mit seiner Konfirmandenklasse auf die Hallig Hooge im Schleswig-Holsteinschen Wattenmeer. Vom Konfirmationsthema «nah und fern» haben die Jugendlichen dort nicht nur gehört, sondern es auf vielfältige Weise auch erlebt, auf der Heimfahrt nicht ganz freiwillig.

In diesem Jahr waren es 15 Buben und Mädchen der Kirchgemeinde Wettingen-Neuenhof, die gemeinsam mit den Leitenden Gerda Klamer, Alain Schartner und Lutz Fischer-Lamprecht den langen Weg zur Nordsee unter die Räder nahmen. Zunächst ging es mit dem Nachtzug nach Hamburg und dort zu einem Besuch bei der Bahnhofsmission, um deren Arbeit in und um den Bahnhof kennenzulernen. Nach einer Stadtführung, die den Reisenden Hamburgs Geschichte und Gegenwart näher brachte, ging es mit Zug, Bus und Fähre auf die Hallig.
Nach 23-stündiger Anreise war es schön, gemeinsam zum Z’Nacht am Tisch zu sitzen und in einem richtigen Bett zu schlafen. Der Konfirmandenunterricht, den die Konfklasse zum grössten Teil auf der Hallig erlebte – weitere Treffen zur Gottesdienstvorbereitung ergänzen den Unterricht im nächsten Jahr – drehte sich um die Frage von Nähe und Ferne. Selbst «fern der Heimat» lernten die Konfirmandinnen und Konfirmanden Lebensgeschichten von Menschen kennen, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihr Zuhause verlassen mussten. Hallig Hooge wurde erkundet, um herauszufinden, wie die Menschen dort leben, wie es wäre, wenn man dort, statt in Wettingen und Neuenhof aufgewachsen wäre und eine Wattwanderung auf den Japsand, eine Sandbank in der Nordsee, durfte auch nicht fehlen. Mit Alain Schartner löteten die Schülerinnen und Schüler Objekte, die zum Thema passten und unter Anleitung von Gerda Klamer wurde viel gesungen, auch dreistimmig. Lange zurück liegende biblische Geschichten, die bis heute ihre Wirkungsgeschichte entfalten, gehörten ebenso zum Programm, wie ein Blick in die Zukunft, auf die eigenen Wünsche und Vorstellungen. Im Sturmflutkino zeigte ein Film das «Land unter», das die Halligen zu einem einzigartigen Lebensraum macht und auf der Rückfahrt wurde nochmals in Hamburg ein Zwischenhalt eingelegt, um eine Hafenrundfahrt zu unternehmen und im «Dialog im Dunkeln» die Sinne zu schärfen.
Unfreiwillig wurde das Thema «nah und fern» auf der Rückfahrt vertieft. Die Sperrung der Bahnlinie zwischen Karlsruhe und Basel führte zu einem Umweg über München-Innsbruck-Bludenz, so dass die Gruppe am Sonntag erst mit fünfstündiger Verspätung, aber erfüllt von all den vielen Erlebnissen, zuhause ankam.

Lutz Fischer-Lamprecht

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