Leserbeitrag
Konfirmation in Mandach

Die Konfirmation am Palmsonntag, 5. April, in der reformierten Kirche Mandach stand ganz im Zeichen der Stille, der Ruhe und einiger besinnlicher Taizélieder.

Marcel Siegrist
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Die Jugendlichen berichteten über ihre Erlebnisse und Entdeckungen anlässlich der Reise im vergangenen August - zusammen mit der Windischer Konfirmandengruppe - nach Taizé, ins Burgund, zur von Frère Roger gegründeten bekannten ökumenischen Bruderschaft.
Zuerst waren dort alle fasziniert, dass sich so viele Jugendliche für Kirche und Glaube interessieren. Dann war die Gruppe beeindruckt, dass trotz mehrerer tausend Besucher eine gute Stimmung herrschte, es keine langen Wartezeiten gab bei den Mahlzeiten und die Stille in der Kirche eingehalten wurde. Ein Jugendlicher, der sein Portemonnaie in der Menge verlor, bekam es mit Geld und Pass wieder. Einer jungen Frau, die ihre Essensbons verlor, erging es ebenso. Auch dies ein Taterweis, dass Taizé eine besondere Wirkung auf die Hilfsbereitschaft und Ehrlichkeit hat.
Was waren denn inhaltlich die Höhepunkte? Sicherlich die drei Tagzeitengebete mit der viertelstündigen Stille, die einem Gelegenheit gab, nachzudenken. Ein Jugendlicher sagte darüber: „Beim zweiten Mal konnten wir die Stille schon relativ gut ausnutzen. Familie, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft waren bei vielen die Gedanken während der Stille. Auch konnten wir uns in dieser Zeit einfach mal auf Gott verlassen und mussten selbst nichts in die Hand nehmen. In der Stille verstanden wir uns alle auch ohne Worte."
Die Brüder von Taizé zeigten sich allesamt lebenspraktisch und nahbar, verstanden es, einen Bogen zu schlagen von einem Bibeltext zum Alltag und umgekehrt. So gehörten die Bibelgespräche über „den verlorenen Sohn" und zum Thema „Entscheidungen im Leben" ebenfalls zu den Höhepunkten der Reise nach Taizé und passten gut zu den Entscheidungen, die Jugendliche mit 16 Jahren zu fällen haben punkto Berufswahl. Ein Bruder sagte, dass man sich im Vertrauen auf Gott entscheiden soll und darf, dass der Weg, der zu einem passt, erst im Gehen ersichtlich wird, und dass derjenige, der auf einer Kreuzung stehend, sich nicht entscheidet, überfahren wird...
Im Konfirmationsgottesdienst ging es um das Charisma von Taizé, um diesen Ort der Gemeinschaft, des einfachen Lebens, der einen vor die Frage stellt, ob nicht wirklich zwei Drittel des Komforts, Aufwandes, der Sorgen und vermeintlichen Pflichten überflüssig sind - wie ja auch zwei Drittel des Bestecks in Taizé überflüssig ist, da es zum Essen nur einen Löffel gibt...
Um den Konfirmandinnen und Konfirmanden die Stille als Wert für's Leben bleibend in Erinnerung zu rufen, durften die Jugendlichen während der Predigt auf Sofas sitzen. So hatten sie es einerseits bequemer als in Taizé, andererseits war Pfarrer Christian König davon überzeugt, dass jeder zu Hause ein Sofa hat und somit sich Zeit nehmen kann für die Stille und diesen Wert somit nicht so schnell vergisst. „Einen Moment still sein bringe eigentlich immer etwas, nicht erst in Zeiten der Anspannung und von Entscheidungen. Ein Moment der Stille sei wie ein Denkanstoss, ein göttlicher Denkanstoss."
Eine junge Sängerin, Sandra Emmenegger aus Auenstein, bereicherte den Gottesdienst mit ihren selbst geschriebenen Liedern, ebenfalls „Produkten" der Stille, denn die Sängerin war vor kurzem in der Marokkanischen Wüste.
Die Übergabe der Sprüche wurde persönlich gestaltet und zeigte die Zukunfts- und Berufswünsche der Jugendlichen auf. Daniela Ringele, Vizepräsidentin der Kirchenpflege, erzählte eine rabbinische Geschichte und wünschte den Jugendlichen alles Gute und Gottes Segen.
Auf dem Bild sieht man wie die 5 Konfirmandinnen und 4 Konfirmanden ihre Konfirmandenbilder zeigen (von rechts nach links): Isabelle Elsener aus Leuggern, Noël Emmenegger aus Hettenschwil, Joëlle Gysin aus Mandach, Pfarrer Christian König mit einem Plakat der Brot für alle Aktion, Beat Haberstich aus Mandach, Giulia Huber aus Zürich, Céline Keller aus Hottwil, Samira Steinacher aus Hottwil, Daniel Vogt aus Gippingen und Sandro Vogt aus Mandach.

Bildlegende:
Die Sofas in der Kirche Mandach symbolisierten die Entdeckung der Stille in Taizé.

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