Leserbeitrag
Exkursion zu Kapellen und Kirchen auf dem Weg ins Bündnerland

Bruno Schmid
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Oberhalb Altendorf bei Lachen steht an markanter Stelle die weithin sichtbare und landschaftsprägende Kapelle St. Johann. Und schon beim ersten Ziel der Exkursion der Mitglieder für Heimatkunde des Bezirks Baden (www.vfhk.ch) musste der Chauffeur unseres Kleinbusses sein Können auf dem steilen und schmalen Strässchen unter Beweis stellen. In dieser mittelalterlichen Kapelle durften wir die drei bemerkenswerten und prächtigen spätgotischen Flügelaltäre besichtigen. Es war uns sogar vergönnt, die Aussenseite der Altarflügel – die „Werktagsseite“ – eingehend zu würdigen.

Nach dem Znünihalt im Alterszentrum Kreuzstift in Schänis galt das Interesse der Teilnehmer der romanischen Hallenkrypta aus dem 12. Jh. der ehemaligen Stiftskirche mit wertvollen Zeugnissen romanischer Bauplastik, wie auch den karolingischen Flechtwerkplatten aus der Grünungszeit des Klosters.

Weitere gute Fahrkünste waren auf dem wiederum sehr steilen und engen Weg zum Paxmal gefragt, hoch über dem Walensee vor den aufsteigenden Wänden der Churfirsten gelegen. Das Lebenswerk und pazifistische Gesamtkunstwerk des Briefmarkenstechers Karl Bickel, welches er in 25 Jahren in der Einsamkeit unter materiellen und gesellschaftlichen Entbehrungen erschaffen hatte (1924-1949), ist ein stiller, friedlicher Ort. An diesem schönen Sommertag bei prächtiger Aussicht vom Parkplatz aus in einem kurzen Fussmarsch gut zu erreichen.

Verdient und willkommen die Mittagsrast im Restaurant am Ufer des Walensees. Mediterranes Flair machte sich unwillkürlich breit, doch Faulenzen und Nichtstun waren nicht angesagt!

Auf der anderen Talseite auf der leichten Anhöhe oberhalb der Burgruine Gräpplang faszinierten in der Kapelle St. Jakob die frühgotischen Fresken sowie das Glasgemälde der Madonna mit dem Kind, der ältesten Glasmalerei der Schweiz (Original seit 1889 im Landesmuseum Zürich).

Beeindruckend waren die geschmiedeten Grabkreuze auf dem Friedhof der St. Justuskirche in Flums, wie auch das grösste Fastentuch der Schweiz in diesem kunsthistorisch einmaligen Kulturdenkmal aus dem Mittelalter im Sarganserland.

Die St.-Georgs-Kapelle ragt über das Dorf Berschis in die Höhe und ist wohl das markanteste Kunstdenkmal auf dem Weg zwischen Zürich und Chur. Diese älteste romanische Kapelle der Ostschweiz auf der Felszinne des auf drei Seiten steil abfallenden St. Georgsberg ist topografisch gut geschützt. Aber auch hier musste das letzte, zum Teil steile Teilstück zu Fuss überwunden werden. Die zweischiffige romanische Hallenkirche mit halbrunder Apsis beeindruckte. Neugierig machte auch das sich hinter dem Altar befindliche sogenannte „Kopfwehloch“.

Die Möglichkeit zur Besichtigung all dieser Kleinode hat unser Obmann, Christof Neumann, akribisch vorbereitet und uns damit einen äusserst lehrreichen und interessanten Tag beschert. Dafür gebührt ihm unser herzlichste Dank.

Die Berichterstatterin: Vrena Moritzi Schmid

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