Leserbeitrag
Exkursion in die Reichs- und Konzilstadt Konstanz

Bruno Schmid
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aktuelles Papstwappen am Münster

aktuelles Papstwappen am Münster

Ein voller Reisecar mit wissbegierigen Mitgliedern der Vereinigung für Heimatkunde des Bezirks Baden machte sich letzte Woche auf an die Gestade des Bodensees, um die Stadt Konstanz näher kennenzulernen. Es war wohl noch zu früh im Jahr für die grossen Touristenströme, denn wir hatten die Altstadt fast für uns alleine und konnten uns - auch dank des Audiosystems - frei bewegen. Dies war dann auch mehr als gefragt, denn unser Stadtführer Matthias Helmer wusste viel und ausführlich zu berichten und auf Sehens- und Wissenswertes hinzuweisen. Geschichtlich waren seine Ausführungen so aufschlussreich, dass man glauben konnte, den Spuren nach die Abläufe einordnen zu können, um dann am Abend feststellen zu müssen, dass dem wohl nicht bleibend so sein wird.

Es war schön, gemächlich und beschaulich durch die verwinkelten Gassen zum Münsterhügel hinaufzuziehen und über Häuser, Brunnen, Kirchen die drei noch erhaltenen Türme (Rheinturm, Pulverturm und Schnetztor) informiert zu werden. Sich durch die Brandgassen – andernorts auch Ehgräben genannt - schlängeln und in der Enge sich zu vergegenwärtigen, wie während des vierjährigen Konzils die damals 6000 Einwohner zählende Stadt mit bis zu 70'000 Konzilbesuchern überschwemmt wurde und das Reinigen und Entsorgen der mehr als grausigen "Ablagerungen" im See mehr oder weniger dem nächsten Regenguss überlassen wurde, übersteigt wohl unser heutiges Vorstellungsvermögen. Ganz zu schweigen von den wohl eher strengen Gerüchen in den altehrwürdigen Gemäuern und Gassen!

Schön und verdient, zur Stärkung und Rast am Mittag im "neuen Konzil" zu sitzen, dem ehemaligen Kaufhaus und Warenlager, das dann zum Konzilsgebäude umfunktioniert wurde, den schönen Ausblick auf den See zu geniessen und dabei mit einem zwinkernden Auge die „Imperial“ zu betrachten, die üppige Kurtisane, die sich auf ihrem Sockel langsam um die eigene Achse dreht und dabei an die weltlichen Bedürfnisse der geistlichen Fürsten erinnert.

Unser Dank geht an den Exkursionsleiter Christof Neumann, der sich für diesen Tag viel vorgenommen und uns alle mit ausführlichem Lesestoff eingedeckt hat, wohlwissend, dass das Eine oder Andere nochmals nachgeschlagen und vertieft gewürdigt werden muss.

Die Berichterstatterin Vrena Moritzi, Remigen

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