Leserbeitrag
Ein letztes gemeinsames Gloria

Fabienne Schmid
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Die ersten Sängerinnen und Sänger kamen bereits morgens, um als Kleinchor unter der Leitung von Jonas Herzog das „Propter magnam“ aus dem Gloria von Antonio Vivaldi zu üben. Kurz nach mittag trafen sich weitere Singfreudige aus den elf Kirchenchören des Dekanats Zurzach ein, um weitere Sätze aus Vivaldis Kantate zu proben. Der Aufmarsch war mit über hundert Sängerinnen und Sängern beeindruckend, auch wenn der Grund zu diesem Grossauftritt weniger erfreulich ist, der Kirchen-musikverband Zurzach muss auf Ende 2013 aufgelöst werden.

Ein motivierter Dirigent, ein mitreissendes Orchester

Es wurde intensiv an den fünf Sätzen des Gloria geübt, zuerst nur die Sängerinnen und Sänger. Nach rund zwei Stunden gesellten sich Trompete, Oboe, Viola, zwei Violinen, Cello, Kontrabass und Orgel dazu. Die Japanerin Atsuko Murata übernahm den Alt-Solopart. Der kompetente Leiter Jonas Herzog vermochte die grosse Sängerschar zu begeistern und hatte alles bestens im Griff. Es ging nochmals in eine Erfrischungspause, bevor die Glocken zum Gottesdienst läuteten.

Ein Gottesdienst ganz im Zeichen der Musik

Diesem standen Pfarreiadministrator Dr. Gregor Domanski und Stefan Heim, Präsident des KMV vor.

Dieser begrüsste denn auch Gottesdienstbesucher, Sänger und Instrumentalisten mit den Worten: „Seit jeher gehört die Musik untrennbar zum Gottesdienst, ja, sie ist selbst eine Art Gottesdienst, nämlich Dienst Gottes an uns. Es gibt kaum etwas, was uns so berührt, so erhebt, freudig oder traurig stimmen kann wie Musik. In Musik drücken wir uns aus, in ihr erfahren wir Wohltuendes, Heilendes, Heiliges. Alles Musizieren ist ein kreatives Tun und solchermassen Nachahmung des Schöpfers. Musik ist aber auch Gottesdienst in dem Sinn, als sie unseren Dienst vor Gott ausdrückt, unser Beten zu ihm, unser Loben, Danken und Bitten.

Auch in der Predigtansprache war von der Kirchenmusik die Rede, wonach das Singen und Musizieren bis heute zu den wichtigsten und schönsten Ausdrucksformen des christlichen Glaubens gehören. Pfarrer Domansky las zum Schluss aus einem berührenden Vers: Gott ist Klang, sein Wesen ist Gesang. Er singt als schönstes Stück, die Liebe und das Glück.

„Von guten Mächten wunderbar geborgen“ sangen alle Gottesdienstbesucher gemeinsam, um nachher

den Segen der beiden Seelsorger zu empfangen: „Der Herr schenke uns mit der Musik die Sprache seiner Liebe, damit wir seine Liebesmelodie hören, sie aufnehmen und immer wieder neu singen.“

Mit dem grossen Finale „Quoniam tu solus sanctus“ ging ein eindrucksvoller Kantatentag und Gottesdienst zu Ende. Ein reichhaltiger Apéro lud noch zu Gesprächen und zum Verweilen ein.

Irène Brunner