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Der Maestro brachte die Laufenburger Königin der Instrumente zum Klingen

Dieter Deiss-Weber
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Orgelkonzert_Raschietti_07a.jpg Elisabth Boesch organisierte das Gedenkkonzert mit Professore Massimiliano Raschietti (links) und Heinz Stucki, Zentrumsleiter „Klostermatte“.
Orgelkonzert_Raschietti_08a.jpg Massimiliano Raschietti zeigte sich in seinen Dankesworten besonderes verbunden mit dem vor einem Jahr verstorbenen Pfarrer Max Zumsteg.

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Im Gedenken an den in Laufenburg aufgewachsenen und exakt vor einem Jahr im dortigen Alterszentrum verstorbenen Pfarrer Max Zumsteg fand in der Stadtkirche Laufen-burg ein Orgelkonzert statt. Es war schlichtweg grossartig, was der italienische Musiker Massimiliano Raschietti im Rahmen des einstündigen Konzertes auf der Orgel in der Kirche St. Johannes in Laufenburg bot. Sein Programm war kunstvoll abgestimmt auf die Disposition der Laufenburger Orgel. Nebst dem Concerto in G von J.S. Bach und dem Präludium und Fuge g-moll von Dietrich Buxtehude, spielte er Werke zeitgenössscher Komponisten. Wunderschön die vier Stücke von Kurt Estermann, wo der Organist die vielfältigen Möglichkeiten des Instruments aufzeigte, aber auch seine techni-schen Fähigkeiten unter Beweis stellte. Herrlich dann das lieblich gespielte „Cucu“ und imposant die „Toccare“ mit dem abrupten, ungewohnten Schluss.

Subtile Registrierung

Höhepunkt der Magnificat-Sonate von Joseph Gabriel Rheinberger war die abschlies-sende, mit voller Orgel gespielte „Fuga cromatica“, die am Schluss wieder das Thema des Präludiums aufgreift. Den Schlusspunkt setzte der Künstler mit der Toccatenfuge „Hommage à Buxtehude“ des bei uns eher unbekannten tschechischen Komponisten Petr Eben. Ein grossartiges, äusserst anspruchsvolles Stück, das an den Interpreten hohe gestalterische und technische Anforderungen stellt.

Auffallend am ganzen Konzert war die sehr subtile und abwechslungsreiche Registrie-rung durch den Organisten. Erstaunlich, welche Klänge er dem prächtigen Instrument entlockte, zog er doch buchstäblich alle Register. Man spürte wieder einmal so richtig, weshalb man im Volksmund die Orgel als die Königin der Instrumente bezeichnet.

Die Pfarrköchin und der Maestro

Dass Professore Massimiliano Raschietti für dieses Konzert extra aus Verona angereist kam, wo er am dortigen Konservatorium als Professor für Orgel wirkt, ist kein Zufall. Von 1991 bis 1998 war er während seines Studiums in der Kirche von Wallbach als Organist tätig. Die Pfarrei wurde damals von Pfarrer Max Zumsteg betreut. Der Pfarrhaushalt wurde geleitet von Elisabeth Boesch, die ihrem Pfarrer Max Zumsteg auch während seines Aufenthalts im Laufenburger Alterszentrum „Klostermatte“ und bis über dessen Tod hinaus verbunden bleibt. Elisabeth Boesch war es denn auch, die das Gedenkkonzert organisierte und den ehemaligen Wallbacher Organisten und heutigen Professore für ihr Vorhaben gewinnen konnte. Massimiliano Raschietti verzichtete auf eine Gage, so dass die gesamte Kollekte dem Alterszentrum zugutekommt. Zentrumsleiter Heinz Stucki, der den Künstler eingangs kurz vorstellte und abschliessend Elisabeth Bösch und dem Organisten für den musikalischen Hochgenuss dankte, zeigte sich erfreut über den gelungenen Anlass.

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