Leserbeitrag
Adventsanlass in der Sonderschule Walde

Bernhard Imboden
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Musical Gib nid uf, chline Esel

Am 4. Dezember, als die kalte und sternenklare Nacht über den Schiltwald zuoberst im Ruedertal hereingebrochen war, wies der Schein der Kerzen den Weg in den festlich geschmückten Mehrzweckraum im Schulhaus. Lange hatten sich Kinder und Betreuerinnen der Wohngruppen bzw. der Unter- und Mittelstufe auf diesen grossen Tag gefreut und nun war es endlich soweit!

Die Institutionsleiterin, sowie das Advents-OK hiessen die geladenen Gäste, Eltern und Kinder herzlich willkommen und gaben ihrer Freude Ausdruck, dass so viele Gäste erschienen sind. Danach stellte sich auch schon ein „Tischlein deck dich“ ein und wie von Zauberhand wurden heisser Fleischkäse und köstliche Salate aufgetragen. Frisch gestärkt konnte der erste Höhepunkt des Abends, die Adventsfenstereröffnung, begangen werden. Als die Countdownrufe der Kinder kräftig in das Tal schallten und alle Blicke voller Spannung auf das Fenster gerichtet waren – blieb dieses dunkel... Erst beim dritten Anlauf tat sich das Adventsfenster, das heuer von der Wohngruppe Bärenhöhle gestaltet wurde, auf, strahlte den staunenden Gesichtern entgegen und konnte mit dem Chor der Kinder und dem Lied „Hüaho, alte Esel“ bewundert werden. So schmückt nun seit diesem Adventsabend eine bunte Weihnachtsstadt mit dem alten grauen Esel unter dem Sternenzelt das Schulhausfenster, welches von der Strasse her wahrlich ersichtlich ist.

Gut eingestimmt erwartete die Besucher nun als zweiten Höhepunkt das Musical „Gib nid uf, chline Esel“. In sich abwechselnden Spiel- und Musikszenen wurde das Wunder der Heiligen Nacht aus der Sicht eines kleinen Esels erzählt. Schwierige wie auch wundersame Momente der Weihnachtsgeschichte wurden dabei ausgedrückt. Die Kinder waren mit lauter Stimme, leuchtenden Augen und voller Eifer dabei. Fast jeder Schritt und Tritt sass, die Sprech- und Liedertexte waren perfekt gelernt wie auch inszeniert und die „Boomwhackers“ sorgten zusätzlich für Rhythmus.

Nach einem grossen Applaus für die jungen Künstler konnten alle bei Lebkuchen, feinen Guetzli und Kaffee den Abend gemütlich ausklingen lassen. Zu guter Letzt wurden Gesellschaft und Kinder mit herzlichen Dankesworten unter nochmals heftigen Beifall in die Nacht verabschiedet.

Und weil es so schön war, durfte die SSW bei ihrer öffentlichen Musical-Aufführung am 10. Dezember viele der bereits erschienenen Gäste und einer weiteren grossen Besucherschar aus nah und fern nochmals herzlich begrüssen. Nach kurzer Einführung durch das Musical-OK konnten die Kinder ihre eingeübten Texte und Lieder nochmals zum Besten bringen. Der Weihnachtsesel begegnete wieder der neugierigen und vorwitzigen Kinderschar wie auch Maria und Josef, welche mit ihrem Kind ausgerechnet seinen Stall aufsuchten. Natürlich durfte der Besuch der Könige mit ihren Geschenken nicht fehlen und schlussendlich war der kleine Esel glücklich, von seinen bisherigen Besitzern wegzukommen und mit der heiligen Familie weiterzuziehen.

Auch die zweite Vorstellung erreichte die Herzen der Zuschauer – nicht zuletzt wegen einiger liebenswerten Versprecher – die die Menschen berührten und schmunzeln liessen. Nach dem letzten verklungenen Lied und dem letzten grossen Applaus verbeugten sich die Kinder stolz über ihr Geleistetes und freuten sich über eine reichlich gefüllte Kollekte. Die Besucher wurden nach dem Musical mit feinem Kaffee, selbstgemachten Kuchen und Guetzli verwöhnt, bevor sie sich wieder auf ihren Heimweg machten, vielleicht noch in Gedanken bei der Geschichte des kleinen Esels, der nicht aufgab.