Schweden
Der Nobelpreis für Chemie geht an Benjamin List und David MacMillan

Der diesjährige Nobelpreis für Chemie geht an Benjamin List und David MacMillan. Die beiden Wissenschaftler gewinnen die Auszeichnung für die Entwicklung der asymmetrischen organischen Katalyse.

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Die diesjährigen Gewinner des Nobelpreises für Chemie: Benjamin List und David MacMillan.

Die diesjährigen Gewinner des Nobelpreises für Chemie: Benjamin List und David MacMillan.

Claudio Bresciani / AP

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den Deutschen Benjamin List und den in Schottland geborenen US-Forscher David W.C. MacMillan für Methoden zur Beschleunigung chemischer Reaktionen. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit.

Die Chemiepreisträger des Jahres hätten ein neues und geniales Werkzeug für den Aufbau von Molekülen entwickelt, die asymmetrische Organokatalyse, hiess es. Sie werde für die Erforschung neuer Arzneimittel eingesetzt und habe auch dazu beigetragen, die Chemie umweltfreundlicher zu machen.

Die Organokatalyse habe sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit entwickelt. Mithilfe dieser Reaktionen könnten Forscher nun vieles effizienter herstellen, von neuen Arzneimitteln bis hin zu Molekülen, die Licht in Solarzellen einfangen können.

Die renommierteste Auszeichnung für Chemiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 980'000 Euro) dotiert. Die feierliche Übergabe der Preise findet traditionsgemäss am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Seit 1901 wurde der Chemie-Nobelpreis an 185 verschiedene Forscher vergeben. Einer von ihnen, der Brite Frederick Sanger, erhielt ihn zweimal. Unter den Preisträgern waren bislang sieben Frauen, etwa Marie Curie 1911, die die radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckte.

Vergangenes Jahr hatten sich die in Berlin arbeitende Französin Emmanuelle Charpentier und die US-Amerikanerin Jennifer A. Doudna den Chemie-Nobelpreis geteilt. Sie waren für die Entwicklung einer Genschere zur gezielten Erbgut-Veränderung ausgezeichnet worden.

Emmanuelle Charpentier, eine der letztjährigen Nobelpreisträgerinnen in Chemie.

Emmanuelle Charpentier, eine der letztjährigen Nobelpreisträgerinnen in Chemie.

Keystone

Bereits ausgezeichnet: Klima und Zellrezeptoren

Die eine Hälfte des Nobelpreises im Bereich Physik teilt sich der Hamburger Meteorologe Klaus Hasselmann in diesem Jahr mit dem in Japan geborenen US-Amerikaner Syukuro Manabe, die andere Hälfte geht an den Italiener Giorgio Parisi. Sie werden für ihre Beiträge zur Erforschung des Klimas und anderer komplexer Systeme ausgezeichnet.

Schon am Montag war ebenfalls in Stockholm bekanntgegeben worden, dass der Medizin-Nobelpreis an David Julius aus den USA und den im Libanon geborenen Ardem Patapoutian geht. Die beiden Forscher haben Zellrezeptoren entdeckt, über die Menschen Temperaturen und Berührungen wahrnehmen.

Nach Medizin, Physik und Chemie folgen am Donnerstag und Freitag die Nobelpreis-Bekanntgaben in den Kategorien Literatur und Frieden. Am Montag werden dann zum Abschluss die Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften verkündet. (dpa)

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