Nur mit der Ruhe

Schlecht gelaunt? So kommen Sie gelassen durch die Krise

Tagebuch führen macht glücklich.

Tagebuch führen macht glücklich.

Dankbarkeit, Geborgenheit, Selbstliebe und kreativ sein – mit den folgenden fünf Tipps können Sie sich selber viel Gutes tun.

Üben Sie sich in Dankbarkeit

Alles wieder schiefgelaufen? Atemmaske nervt, Homeoffice eine Zumutung? Sich seinen eigenen Frust ab und an vor Augen zu halten, kann ein Akt von Selbstliebe sein – immerhin nehmen Sie Ihre eigenen Gefühle ernst und wahr. Das ist gut so! Sich jedoch in negativen Gedanken und Ängsten zu verlieren, ist kontraproduktiv, wie zahlreiche Studien zeigen. Doch die gute Nachricht ist: Die Aufwärtsspirale funktioniert genau gleich wie diejenige ins schwarze Loch. Gutes vermehrt sich also. Dankbarkeit hilft, gute Gedanken und Gefühle in Erinnerung zu rufen – und ist eine der wichtigsten Komponenten des Glücks. Die Positive Psychologie arbeitet mit verschiedenen konkreten Übungen, die Dankbarkeit fördern. Eine davon: Ein Dankbarkeitstagebuch führen. Notieren Sie sich darin täglich drei Dinge, für die Sie dankbar sind. Dach über dem Kopf? Ein schönes Kompliment bekommen? Eine warme Dusche? Und schon ist das Leben, egal wie schlimm es grade noch war, voll an Gutem.

Geborgenheit ist die Basis von Glück

Rituale fördern die Geborgenheit - egal wo wir sind.

Rituale fördern die Geborgenheit - egal wo wir sind.

Wir fühlen in der Regel sofort, wenn sie fehlt: die Geborgenheit. Manchmal schimpfen wir dann einfach über unsere Situation oder schieben die Schuld auf andere. Oder wir ziehen uns zurück und werden traurig und matt. Das ist ganz normal, vor allem in diesen Zeiten: Denn das Gefühl von Geborgenheit, sagt auch der Psychologe Hans Mogel, fusst auf Sicherheit. Was also tun? Geborgenheit ist zwar ein Gefühl, sie lässt sich aber einfacher finden, als man vielleicht meinen könnte: Schaffen Sie sich Rituale und Routinen. Gerade in Zeiten von Corona ist jeder Anker, den Sie im Alltag für sich selbst setzen können, positiv. Überlegen Sie sich, wie Sie in den Tag starten wollen. Mit einem Hörbuch? Ein paar Atemübungen? Gestalten Sie Ihren Tag aktiv. Und bauen Sie über die Woche Inseln der Geborgenheit in Ihr Leben ein: Erlebnisse, Orte und Menschen, die Sie mögen und die wiederkehrend sind. In diesem Netz können Sie dann ausruhen und Kraft tanken, wenn’s sonst stürmisch wird.

Nähe können Sie auch digital!

Pflegen Sie die Beziehungen, die Ihnen wichtig sind, bewusster.

Pflegen Sie die Beziehungen, die Ihnen wichtig sind, bewusster.

In Zeiten von Corona ist menschliche Verbundenheit wichtiger denn je. Und trotzdem schwieriger. Gerade jetzt können wir jedoch den Kontakt, den wir noch halten können, mit Achtsamkeit nähren. Denn vielen Kontakten in unserem täglichen Leben begegnen wir oft gar nicht so präsent und respektvoll, wie uns das guttäte. Nehmen Sie sich Zeit, Ihre Familie zu erfahren. Fragen Sie nach, wie es dem Anderen wirklich geht. Bieten Sie Hilfe an. Studien beweisen, dass Geben Glückshormone ausschüttet. Und echte Zuwendung das Immunsystem schützt. Ist gerade niemand in der Nähe, der Sie in den Arm nimmt, können Sie das selbst übernehmen. Körperkontakt wirkt sich beruhigend auf das Nervensystem aus – auch der eigene. Und achtsames Zuhören, das geht sogar digital. The Scool of Life, gegründet vom Schweizer Philosophen Alain de Botton, hat gerade ein kleines Büchlein herausgebracht mit Tipps und Tricks für gelungene Kommunikation in digitalen Zeiten. www.theschooloflife.com (auf Englisch).

Haben Sie heute schon an sich selbst gedacht?

Selbstmitgefühl hat nichts mit Egoismus zu tun. Es ist die Basis für Empathie.

Selbstmitgefühl hat nichts mit Egoismus zu tun. Es ist die Basis für Empathie.

Anderen geht’s viel schlechter! Ich darf mich nicht schlecht fühlen! Es ist gut und richtig, sich zu vergegenwärtigen, wie viel Glück man eigentlich hat (siehe Punkt 1: Dankbarkeit). Doch genauso wichtig ist es, nett und grosszügig zu sich zu sein. Oder eben: leidenschaftlich und mitfühlend mit sich selbst. Mit einer Prise Selbstmitgefühl schaffen wir es besser, mit dem Auf und Ab unseres Lebens zurechtzukommen. Und können akzeptieren, dass unsere eigene Situation uns mehr zu schaffen macht, als wir das in unserem Kopf vielleicht zulassen mögen. Selbstmitgefühl können Sie üben: mit Hilfe konkreter Meditationsübungen. Und sich mehrmals täglich die Fragen stellen: Was brauche ich jetzt? Was täte mir gut? Wo spüre ich einen Mangel? Was kann ich mir selbst geben? Je mehr wir uns selbst nähren können, desto eher haben wir auch Mitgefühl und Energie für andere. In Momenten, in denen sich andere nicht an die Regeln halten oder Ihnen wieder jemand zu nah kommt, ist das ganz nützlich.

Auf die Hände, fertig, los!

Kreativ sein tut gut. Es muss ja nicht immer ein Bananenkuchen sein.

Kreativ sein tut gut. Es muss ja nicht immer ein Bananenkuchen sein.

Wer während der ersten Welle den Baumarkt stürmte oder anfing, Brot zu backen, der spürte instinktiv, was auch die Wissenschaft bestätigt: Erschaffen macht glücklich. Wer selbst Hand anlegt und nicht nur über Stunden in einen Bildschirm starrt, der hat nicht nur das Gefühl von Kontrolle, sondern am Ende seines Tuns auch ein konkretes Ergebnis. Scheinen gewisse Leute ohne grosse Mühe den ganzen Tag Berge zu versetzen, fällt das anderen schwerer. Aktiver werden, können wir jedoch alle. Indem wir uns nicht zu viel aufs Mal vornehmen, konkrete Ziele formulieren, die messbar sind und ein klares Zeitfenster haben. Und, indem wir Dinge angehen, die uns auch von innen heraus Freude bereiten und die wir als sinnvoll erachten. Und zuletzt: Nicht alles, was uns langfristig guttut, fühlt sich im ersten Moment super an. Das ist ganz normal. Setzen Sie sich daher eine Frist von mehreren Wochen für das Erproben einer neuen Tat, üben Sie konstant in kleinen Dosen und belohnen Sie sich für Ihre Fortschritte.

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