Was Sie wissen müssen

Mit diesem Basiswissen stehen Sie 2021 nicht im Abseits

Im kommenden Jahr gibt es einiges an Basiswissen, das Sie mitbringen sollten, um nicht abgehängt zu werden.

Im kommenden Jahr gibt es einiges an Basiswissen, das Sie mitbringen sollten, um nicht abgehängt zu werden.

Sei es via Zoom oder von Angesicht zu Angesicht: Mit diesem Basiswissen des modernen Lebens meistern Sie im neuen Jahr jeden Smalltalk mit Bravour.

A wie Abnehmen

Offiziell Pandemie, inoffiziell Pandamie. Viele haben dieses unsägliche 2020 nur dank regelmässiger Nahrungszufuhr, Netflix-Orgien und unermüdlichem Wiederkauen im Homeoffice durchgestanden. Kein Wunder, stehen wir jetzt feiss auf der Waage und denken: Wie verschwinden die verflixten Zahlen auf der Digitalanzeige wieder aus dem schwer problematischen Bereich? Intervallfasten nach der Losung 16:8 – heisst, 16 Stunden fasten, 8 Stunden essen - bleibt als Diät- und Ernährungsform beliebt.

Obwohl eindeutige wissenschaftliche Studien hinsichtlich Wirksamkeit noch nicht vorhanden sind: Schaden tut Intervallfasten sicher niemandem. Effizient und altbewährt bleibt: Mindestens vier Stunden Sport pro Woche (der Schweiss muss tropfen!) und eine halbierte Kalorienzufuhr pro Tag. Mit minus einem Kilo pro Monat bewegen Sie sich im gesunden Bereich. Wenn sie also am 1. Januar starten, sind die sechs Kilos just zur Eröffnung der Badisaison weg.

B wie Braunschweig Rachel

Sie ist Staatsanwältin Anita Wegenast in der neuen, starken Schweizer Tatort-Combo, und sie feiert 2021 mit dem Film «Spagat» TV-Premiere. Dort macht die eigenständige Schauspielerin Rachel Braunschweig nicht nur in einer der ersten Szenen splitternackt eine flotte Gattung. Die 52-Jährige Zürcherin ist für uns so etwas wie die junge Meryl Streep der Schweiz.

C wie Call Center

Hätten wir einen zarten Wunsch fürs kommende Jahr frei, würde dieser wie folgt lauten: Bitte schafft sämtliche Call Center inklusive dazugehörender Anrufe und Warteschlaufen ab! Viel zu viel unserer kostbaren Zeit vertrödeln wir im technologisierten Gruselkabinett zwischen Krankenkassen-Umfragen um die Mittagszeit, Weinerhebungsstudien am Wochenende und nervtötenden Loops aus Liftmusik-Melodien, wenn wir auf den «nächsten freien» Telefonagenten warten.

D wie Drunk Elephant

Die Gründerin der amerikanischen Kosmetikmarke mit dem «tipsy» Namen ist eine ziemlich nüchterne Geschäftsfrau. Tiffany Masterson, mit Mann und Kindern wohnhaft in Houston, hat mit Drunk Elephant einen lukrativen Schönheitskult geschaffen. Soeben hat sie ihr junges Label an den japanischen Luxuskosmetikhersteller Shiseido verkauft. Drunk Elephant positioniert sich im Zuge vieler Beautybrands im Clean-Bereich, also Kosmetika ohne Zusatz- und Schadstoffe, zeitgemäss kompromisslos. Tiffany Masterson verzichtet sogar auf essenzielle Öle. Kein Wunder also, zählen die Produkte zu den Lieblingen aller hübschen Radikalinskis auf dieser Welt. Wer mehr über Drunk Elephant erfahren möchte, kann sich auf Helvetiens bestem Beautyblog www.heypretty.ch kundig machen.

E wie Entkoppelung

Wirtschafts- und Nachhaltigkeitsexperten unterscheiden zwischen relativer und absoluter Entkopplung. Unsereins übersetzt den wichtiger werdenden Begriff an der Schnittstelle von Ökonomie und Ökologie vereinfacht so: Eine gute Entkopplung findet dann statt, wenn die globale Wirtschaft wächst, unser Planet aber nicht daran zugrunde geht.

F wie «Friends»

Monica, Rachel, Phoebe, Ross, Chandler und Joey hätten schon in diesem Jahr die mit Popularität alles überstrahlende Serie Friends aus den 90er- und Nullerjahren in einer Reunion wieder aufleben lassen sollen. Der Sendestart musste allerdings wegen der Pandemie auf März 2021 verschoben werden. Entsprechend hibbelig sind die Fans jetzt. Trotz viel Enthusiasmus sei den Anhängern der Langzeit-Sitcom aus Manhattan aber modetechnisch folgendes geraten: Fanartikel zum Anziehen sind trotz lang ersehnter Reunion weiterhin definitiv out.

G wie Ghost Kitchen

Wir sagen dem klassischen Restaurantbesuch zwar in Bälde ein gigantisches Nachholbedarfs-Comeback voraus; bis dahin müssen wir uns noch eine Zeit lang an den Begriff Ghost Kitchens, Geisterküchen, gewöhnen. Gastronomie funktioniert in Zeiten wie diesen nur dank hybriden Übergangslösungen: Gekocht wird in abgelegenen Industrieküchen, das Essen wird dem Gast frei Haus geliefert – vom Unternehmen selber oder von Partnerkurieren.

H wie Heuchler

Präsentieren sich gegen aussen als perfekte Vorzeigemenschen, machen aber aus Prinzip andere dafür verantwortlich, wenn etwas schief läuft in ihrem Leben. Diese Doppelmoral ist uncool, aber weit verbreitet. Im Büro, wo die Arbeitskollegin ihre Fehler mit zuckersüssem Engelsgesicht auf andere schiebt. Bei Politikern, die in allen Herrenländern Wasser predigen und dann trotzdem Wein trinken. Oder in Gestalt hypokriter Eltern, die in Freundschaften ihrer Kinder grätschen, weil sie den schlechten Einfluss grundsätzlich bei anderen wittern – anstatt das eigene Kind entsprechend zu erziehen. Bei Heuchlern hilft weder Wut noch Diskussion, sondern einzig und allein: distanzierte Gelassenheit. Auch im Jahr 2021.

I wie Inland

Noch wichtiger seit 2020. Wer kann, kauft sich ein Haus auf dem Land oder ein Ferienhaus im Tessin. Und damit wird auch die Regionalität immer entscheidender. Die Menschen interessieren sich nämlich zunehmend weniger dafür, ob in London oder sonst wo ein neuer, hipper Concept-Store eröffnet. Vielmehr wollen sie wissen, was vor ihrer eigenen Haustüre passiert. Unmittelbar, zugänglich – und sehr transparent.

J wie Jiff Pom

Auch 2021 wird Jiff Pom, der Star unter den sogenannten Petfluencern, leider kein normales Hundeleben führen können. Der Pomeranian/Zwergspitz-Rüde, ein winziger Hund, der aussieht wie ein Teddybär, ist stets perfekt frisiert und wird von seinen Besitzern gerne im Wollpullöverchen oder mit Sonnenbrille auf einem Plastikflamingo im Pool in Szene gesetzt. Nebst Jiff Pom gibt es da auch noch Nala Cat, ein Büsi mit Silberblick à la Don Johnson in Miami Vice. Jiff Pom hat mehr als zehn Millionen Follower auf der Plattform Instagram, Nala Cat fast ebenso viele. Da mokieren sich Aktivsten über den grassierenden Fleischkonsum oder über Ledertaschen, klicken dann aber auf Instagram bei jedem Petfluencer doppelt. Siehe H.

K wie Kohl Kajal

Die letzten Jahre im Schönheits-Tiefschlaf, wird er kommendes Jahr wach geküsst: Der Kohlkajal. Kein einziger Look im neuen Jahr – von Disco, Grunge bis Sixties – kommt ohne ihn aus. Man spricht Kajal übrigens korrekt «Kei-jaahl» aus. Und bitte nicht «Kaa-schaal». Es heisst Mundart nämlich auch nicht Männer, sondern Manne.

L wie LSD

Lysergsäurediethylamid. Ist eine halluzinogene Substanz mit psychoaktiver Wirkung. 1943 vom Schweizer Chemiker Albert Hofmann erfunden, erlebte die Droge ihren Boom in der Hippiezeit. Mikrodosiert und in Sprayform (zwanzigfach reduzierte Menge) soll sich LSD bei Kreativen und im Wirtschaftskader zunehmender Beliebtheit erfreuen. Und zwar nicht nur im Silicon Valley, wo das Phänomen schon länger bekannt ist, sondern unterdessen auch in Bern, Zürich oder Basel.

M wie Mers-CoV

Fachleute, allen voran der deutsche Pop-Virologe Christan Drosten, sehen im Mers-CoV (Middle-East Respiratory Syndrome) den nächsten möglichen Pandemie-Kandidaten. Wollen wir zwar gar nicht allzu genau wissen, speichern wir aber sicherheitshalber einfach mal ab.

N wie Nachtzüge

Weil niemand mehr fliegen möchte (oder kann), werden Nachtzüge als die neuen grünen Lieblingstransportmittel gefeiert. «Zug statt Flug» heisst das «Pölsterliklass»-Mantra, dem auffällig viele Intellektuelle huldigen. Auch die SBB rüsten ihr Nachtzugnetz derzeit auf. Schön und gut, der ökologische Gesamtnutzen ist per dato (noch) nicht stichhaltig bewiesen.

O wie Ocasio-Cortez Alexandria

Die 31-jährige US-Abgeordnete, auch bekannt unter ihrem Kürzel «AOC» (Weinliebhaber denken in die falsche Richtung…), ist Demokratin und wurde 2019 als jüngstes Mitglied ins Repräsentantenhaus gewählt. Ocasio-Cortez verdreht seither nicht nur den Republikanern, sondern der ganzen Welt den Kopf. Sie ist mutig, stilvoll und smart. Und sie besitzt eine – unter Linken eher spärlich gesäte – Nonchalance, sich auf dem Cover eines Hochglanzmagazins ablichten zu lassen. Ocasio-Cortez’ Langzeitlebenspartner, Riley Roberts, total der Typ bodenständig, spricht im Übrigen ebenfalls für den Politstar.

P wie Peloton

Ist Hersteller von Spinning-Bikes der Luxusklasse. Wichtig zu wissen darum, weil Spinning auch im kommenden Jahr ein weltweiter Hype bleiben wird. Erfahrungsberichten von Speedbike-Süchtigen zufolge, sei das hochintensive Fahrradtraining in abgedunkelten Gyms und bei pumpenden Clubsounds besser als jedes andere Workout. Wer das nötige Kleingeld (circa 2000 Franken) besitzt, stattet sich zuhause mit einem Peloton Bike aus, mit dem man sich via Bildschirm in die Community einklinken kann. Prophylaktisch quasi gegen Entzugserscheinungen während des Lockdowns.

Q wie Qi Gong

So ziemlich die Antithese körperlicher Ertüchtigung à la oben beschrieben, wenn auch weltweit ähnlich populär. Der chinesischen Bewegungs- und Meditationstechnik wünschen wir auch im kommenden Jahr weitere Durchsetzungskraft im Sportuniversum der Stressgesellschaft.

R wie Ramen

Nochmals Asien, dieses Mal Japan. Ramen sind verwandt mit Udon, Soba und Somen, allesamt fernöstliche Nudelsorten, nach denen Nudelsuppengerichte benannt sind. Schmecken unglaublich lecker. Bitte 2021 mehr davon – auch in der Schweiz.

S wie Schrulligkeit

Mit nur einem geschminkten Auge am Zoom-Meeting erscheinen? Drei Tage lang ausschliesslich Cornflakes mit Milch essen? Sieben Stunden am Stück zuhause Serien schauen? Mit Vögeln, Katzen oder Regenwürmern im Garten plaudern? Alles halb so wild. Wir sind alle etwas schrullig geworden in diesem merkwürdigen Jahr.

T wie Twint

Lange verspottet und unterschätzt, aber auch 2021 nicht mehr wegzudenken aus unserem Alltag. We like.

U wie Unbemannt

Chinesische Techkonzerne wie JD.com machen es vor: In Peking stehen schon Dutzende unbemannte Mini-Supermärkte oder Hotels, in denen Menschen dank künstlicher Intelligenz ganz ohne Personal einkaufen respektive ein- oder auschecken können. Alibaba und Amazon Go ziehen nach, es ist nur eine Frage der Zeit, bis unbemanntes Einkaufen auch bei uns Realität wird. Die wenigen guten, freundlichen Verkäuferinnen werden uns fehlen. Der grosse arrogante Rest nicht wirklich.

V wie Völkerball

Vom ASVZ, dem Akademischen Sportverband Zürich, offiziell bestätigt: Die Schulsportdisziplin Völkerball ist die Trendsportart unter Erwachsenen mit Hochschulreife. Für praktisch alle Völkerballturniere gäbe es Wartelisten, heisst es aus dem Umfeld der ETH und der Uni Zürich. Nun gut, dann warten wir halt noch ein wenig in der «Kohli».

W wie Wald

Unser aller neuer grosser Freund, der stets die Ruhe bewahrt.

X wie xoxo

Bis wir uns wieder – durchgeimpft und post-pandemisch – so richtig zünftig abschmatzen, herzen und umarmen können, halten wir uns geduldig an die gängige Abkürzung «xoxo» im Zuge virtueller Chatkonversationen. Steht für «kisses and hugs» und kommt auch von Bildschirm zu Bildschirm immer gut an.

Y wie Yoghurt

Haben wir früher tatsächlich so geschrieben. Gemäss korrekter deutscher Rechtschreibung jetzt aber selbstverständlich Joghurt. Hin oder her. Die Trendsetter unter ihnen beinhalten 2021 viel weniger Kalorien, dafür umso mehr Proteine.

Z wie Zuversicht

Und Zusammenhalt. Beides hilft, wenn wir als Gesellschaft auch im neuen Jahr gemeinsam vorwärts kommen möchten. Und Zoom: Solange wir uns weiterhin nur virtuelle nahe kommen dürfen.

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