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Lokal vom Aussterben bedroht: Klimawandel bringt Arven in Bedrängnis

Arven können sich nicht schnell genug ans wärmere Klima anpassen und dürften lokal aussterben: Zu diesem Fazit kommt eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft.

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Die Arve, wie hier oberhalb des Aletschgletschers, könnte in tieferen Lagen lokal aussterben.

Die Arve, wie hier oberhalb des Aletschgletschers, könnte in tieferen Lagen lokal aussterben.

WSL

(dpo) Früher säumten Arven die Waldgrenze in weiten Teilen der Alpen. Doch wegen der Alpwirtschaft sowie Wild- und Krankheitsschäden gibt es heute nur noch im Engadin und im Wallis grössere, zusammenhängende Arvenwälder.

Nun zeigt eine Untersuchung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL): Wird es mit dem Klimawandel weiter wärmer und trockener, droht die Arve durch die schneller wachsenden Fichten, Tannen und Laubbäumen verdrängt zu werden, schreibt das WSL am Montag in einer Mitteilung.

Belastung fürs ganze Waldökosystem

Das Problem sei, dass Arven sich Zeit lassen mit der Fortpflanzung und erst im Alter von 40 bis 60 Jahren reife Zapfen mit Samen bilden. Vor allem in tiefen Lagen werde das für künftige Arven ein Problem, wie die Mitteilung den Forscher Felix Gugerli zitiert. «Die Nachkommen der heute lebenden Bäume werden dort an eine wärmere Zukunft weniger gut angepasst sein», so Gugerli.

Zwar wird die Arve als solche gemäss dem WSL nicht komplett verschwinden. Doch ihr Vorkommen werde mit dem Klimawandel noch kleiner werden. Und das werde Konsequenzen für das ganze Ökosystem haben: So sind nebst dem Tannenhäher eine Vielzahl von Pilzen, Flechten und Insekten in Arvenwäldern heimisch, schreibt das WSL weiter.