Wissen

Lockdown und Lockerungen im Wechsel: So könnten Entwicklungsländer die Coronakrise überstehen

50 Tage Social Distancing, 30 Tage Lockerungen.  Mit diesem Zyklus würden die Gesundheitssystem der Entwicklungsländer nicht überlastet.

50 Tage Social Distancing, 30 Tage Lockerungen. Mit diesem Zyklus würden die Gesundheitssystem der Entwicklungsländer nicht überlastet.

Ein sich abwechselnder Rhythmus von Eindämmungs- und Lockerungsmassnahmen könnte für Entwicklungsländer der richtige Weg sein, um der Coronakrise entgegenzutreten.

(agl) Dies zeigt eine internationale Studie, an der auch das Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern beteiligt war. «Eine abwechselnder Zyklus aus striktem Social Distancing und einer Lockerungsphase würde es der Bevölkerung und der Wirtschaft erlauben aufzuatmen», sagt Rajiv Chowdhury, Epidemiologe für Global Health an der Universität Cambridge und Hauptautor der Studie in einer Medienmitteilung vom Mittwoch.

Langfristige Massnahmen könnten besonders in Entwicklungsländern nicht nachhaltig sein und zu stärkeren finanziellen und sozialen Problemen führen. Die Forscher haben ein Szenario berechnet, in dem die Belegung der Intensivstationen in 16 Entwicklungsländern die Kapazitäten nie übersteigt. Unter dieser Bedingung wäre ein fortlaufender Zyklus von starken Eindämmungsmassnahmen während 50 Tagen, gefolgt von einer wiederum 30-tägigen Lockerung möglich.

Dieser Ansatz würde die Dauer der Epidemie zwar über 18 Monate verlängern, aber den Tod von zahlreichen Menschen verhindern, heisst es in der Mitteilung weiter. Wie genau die Intervalle in den verschiedenen Ländern aussehen müssten, sei jedoch noch unklar. Für die Schweiz sei eine zyklische Strategie derzeit kein Thema.

Meistgesehen

Artboard 1