üIm Fettgewebe laufen ständig Umbauprozesse ab, bei denen neues Fett hinzugefügt und vorhandenes entfernt wird. Stehen beide Vorgänge im Gleichgewicht, verändert sich das Körpergewicht nicht. Doch bei Erwachsenen sinkt die Fettabbaurate mit dem Älterwerden. Wird das nicht durch eine verringerte Fettspeicherung kompensiert, erhöht sich das Körpergewicht, wie schwedische Forscher im Fachjournal «Nature Medicine» berichten.

In ihrer Studie untersuchten sie auch fettleibige Patientinnen, die nach einer Magen-OP stark abgenommen hatten. Nur diejenigen, deren zuvor geringe Fettabbaurate nach der OP anstieg, konnten ihr Körpergewicht in den folgenden Jahren halten. Noch gibt es keine Therapie, die ein gestörtes Gleichgewicht im Fettstoffwechsel wiederherstellen und so das Körpergewicht stabilisieren könnte. «Unsere Ergebnisse zeigen erstmals, dass Prozesse im Fettgewebe Veränderungen des Körpergewichts während des Alterns regulieren – und zwar unabhängig von anderen Faktoren», sagt Peter Arner vom Karolinska-Institut in Stockholm.

Für ihre Messungen des Fettstoffwechsels einzelner Personen über einen Zeitraum von mehreren Jahren nutzten die Forscher die Tatsache, dass durch die oberirdischen Atombombentests bis 1963 der Gehalt an radioaktiven C-14-Kohlenstoffisotopen in der Atmosphäre vorübergehend stark zunahm. Bei den in dieser Zeit lebenden Menschen erhöhte sich das Verhältnis zwischen C-14- und dem normalen C-12-Isotop in den gespeicherten Fetten.

Die Abnahme des Anteils C-14-markierter Fettsäuren im Fettgewebe nach dem Stop der Kernwaffentests diente den Wissenschaftern als Mass für die Rate des Fettabbaus. Dazu ermittelten sie bei 54 Testpersonen das Verhältnis von C-14- zu C-12Isotopen der Fette in jeweils zwei Biopsien.

Je höher der verbliebene C-14-Gehalt der zweiten Probe noch war, desto langsamer erfolgte der Abbau «alter» Fette. Es stellte sich heraus, dass sich die Rate des Abbaus von radioaktivem Fett mit dem Älterwerden verringerte – unabhängig von der Veränderung des Körpergewichts in dieser Zeit. Diejenigen, die im Untersuchungszeitraum ihre Kalorienzufuhr mit der Nahrung nicht verringert hatten, nahmen im Schnitt um 20 Prozent zu.