1. Tut das weh? Und wenn ja, wie lange?

Kaum. Der Eingriff wird unter lokaler Betäubung durchgeführt. «Die meisten sagen, es sei nicht so schlimm wie beim Zahnarzt», sagt der Luzerner Urologe Sebastian Z’Brun.

2. Wie lange dauert eine Vasektomie?

Rund 20 Minuten. Dabei wird ein kleines Stück des Samenleiters herausgeschnitten. Am nächsten Tag kann der Mann wieder arbeiten. Zwei Tage lang sollte kein Sport getrieben werden, wozu auch Sex zählt.

3. Hat der Eingriff Einfluss auf die Potenz?

Nein. «Der Mann ist danach derselbe Mann wie vorher», sagt Z’Brun. Die meisten Paare entschieden sich für diese Art der Verhütung, weil keine Chemie bzw. Hormone im Spiel sind und die Methode als am sichersten gilt.

4. Ist die Methode hundertprozentig wasserdicht?

Wirklich nahezu. Allerdings erst nach 3 Monaten. Dies, weil die Spermien aus den Hoden in die Prostata gelangen und dort in den Samenbläschen zwischengelagert werden für den Sofortgebrauch. Länger als 3 Monate überleben die Spermien in der Regel nicht. Deshalb wird nach 3 Monaten erst überprüft, ob die Vasektomie erfolgreich war.

5. Wie spielt sich eine Erektion ab, wenn der Samenleiter durchtrennt ist?

Weder Männer noch die Frauen, die mit ihnen Sex haben, spüren nach einer Vasektomie beim Geschlechtsverkehr einen Unterschied. Die Männer haben weiter einen Erguss, bloss enthält das Ejakulat keine Spermien mehr. Das hauptsächliche Sekret wird nach wie vor in der Prostata gebildet.

6. Was passiert mit den Spermien in den Hoden, die nun nicht mehr rauskönnen?

Dasselbe, was passiert, wenn der Mann länger keinen Samenerguss hat: Die Spermien sterben nach drei Monaten ab und werden vom Körper abgebaut. Neue Spermien werden auch nach der Vasektomie laufend produziert, gelangen aber nicht mehr ins Ejakulat.

7. Ab welchem Alter machen Urologen den Eingriff? Verweigern sie ihn wie bei Frauen, wenn diese noch sehr jung sind?

«Bei einem 18-Jährigen mache ich keine Vasektomie», sagt Sebastian Z’Brun. Generell schaue er, wie reif der Mann wirke, aber bis 30 Jahre sei er zurückhaltend, wenn der Mann noch kinderlos sei.

8. Ist der Eingriff reversibel?

Prinzipiell ja, aber die Erfolgsquote beträgt nur rund 80 Prozent. Es gelingt nicht immer, die Samenleiter bei diesem filigranen mikrochirurgischen Eingriff wieder ganz durchgängig zu machen.

9. Wie viele Männer lassen es rückgängig machen?

Laut Z’Brun will das vielleicht einer von hundert sterilisierten Männern. Meistens geschehe das, wenn der Mann eine neue Partnerin habe, die deutlich jünger ist als er und Kinder möchte.