Leben

Überwältigende Anteilnahme für schwer kranke Autistin Amy (15) aus Altstätten (SG): Zürcher Kinderstiftung zeigt Herz und übernimmt Kosten für Autismusbegleithund Nancy

Der Artikel in der «Schweiz am Wochenende» über das autistische Mädchen Amy aus Altstätten ist auf grosses Interesse gestossen.

Der Artikel in der «Schweiz am Wochenende» über das autistische Mädchen Amy aus Altstätten ist auf grosses Interesse gestossen.

Weil keine Versicherung für die Kosten von 35'000 Franken für Aufzucht und Ausbildung von Autismusbegleithündin Nancy aufkommt: Zahlreiche Spenderinnen und Spender sowie eine Grossspende der Swiss Seaside Foundation decken alle Ausgaben.

Schuld ist eigentlich Frau Bufler. Am vergangenen Wochenende hat die Ehefrau des Vizepräsidenten der Swiss Seaside Foundation mit Sitz in Zürich in der St.Galler Ausgabe der «Schweiz am Wochenende» die Reportage über die 15-jährige Autistin Amy Schmid aus Altstätten (SG) gelesen.

Michael Bufler, Vizepräsident der Swiss Seaside Foundation.

Michael Bufler, Vizepräsident der Swiss Seaside Foundation.

«Meine Frau ist eingefleischte Leserin der ‹Schweiz am Wochenende›», sagt Vizepräsident Michael Bufler. Sie habe ihm die Reportage auf den Nachttisch gelegt.

Weil seine Frau und er grosse Hundeliebhaber seien und ihn bewegt habe, was er über die belastende Situation der Familie las, sei der Entschluss schnell gefallen, hier rasch und unbürokratisch zu helfen. Ein Stiftungsratsbeschluss war in Windeseile beschafft, die Kontakte rasch hergestellt.

Die Seaside Foundation wird nicht die vollen Kosten von 35'000 Franken für Aufzucht und Ausbildung von Labradorhündin Nancy übernehmen müssen:

Ein Rücklauf, der auch Thomas Gross, Geschäftsführer des Vereins Patronus-Assistenzhunde e. V. mit Sitz im deutschen Mönchhagen in Mecklenburg-Vorpommern, fast sprachlos macht: «Das ging jetzt sehr, sehr schnell. So was hatten wir noch nie.» Sollten noch weitere Spenden mit dem Vermerk «Amy» eintreffen, fliessen diese in Nachschulungen für Begleithund Nancy und allenfalls weitere Vereinsprojekte für Kinder in Not.

Die Stiftung kümmert sich um den Rest

Die Zürcher Stiftung, hinter der als Gönner die international tätigen Vermögensverwalter Michael Rümmelein und Michael Bufler stehen, kümmert sich um den Rest. Die Swiss Seaside Foundation unterstützt seit ihrer Gründung im Jahr 2008 weltweit konkrete Einzelprojekte für Kinder in Not.

«Überschaubare Sachen, direkt und nie nach dem Giesskannenprinzip», so Bufler. Im Unternehmen der beiden Gönner, der Swiss 5 Group mit Sitz in Zürich, werden sehr vermögende Kunden und grosse Familienvermögen aus Europa, den USA und Kanada betreut.

«Wir sind unglaublich dankbar»

Bei Familie Schmid in Altstätten ist die Freude riesig. «Wir danken allen für die überwältigende Anteilnahme», sagt Amys Mutter Esther Schmid auf Anfrage. Sie seien sehr, sehr glücklich, dass mit den Sorgen um die Finanzierung von Nancy nun eine Belastung weg sei.

Autismusbegleithund Nancy bringt nichts aus der Ruhe. Egal, wie es Amy geht.

Autismusbegleithund Nancy bringt nichts aus der Ruhe. Egal, wie es Amy geht.

Amy selber habe vom Ganzen wohl nur mitbekommen, dass in der Zeitung wunderschöne Bilder ihrer geliebten Nancy gezeigt wurden. Darüber habe die 15-Jährige sich riesig gefreut, sie immer wieder angeschaut und laut gelacht.

Autismus und unheilbare Erbkrankheit

Amy leidet, zusätzlich zu einer schweren Wahrnehmungsstörung, die Ärzte dem Autismusspektrum zuordnen, auch am Aicardi-Goutières-Syndrom, einer unheilbaren, fortschreitenden Erbkrankheit, die dazu führt, dass Amys Körper und Organe via Fehlimpulse des Immunsystems mehrmals im Jahr mit Entzündungen und hohem Fieber reagieren. Die Diagnose wurde erst vor einigen Jahren gestellt.

Schlaflosigkeit, Halluzinationen und Angstzustände sind die Folge, wenn die Entzündungen auch das Gehirn angreifen. Weltweit sind rund 120 Fälle von Patientinnen und Patienten mit der tödlichen Hirnkrankheit bekannt. Amy ist der einzige Fall in der Schweiz. Wie lange sie noch zu leben hat, ist unklar.

Doch mit Nancy, dem Autismusbegleithund, soll mehr Ruhe, Entspannung und Geborgenheit in ihr Leben einkehren. Bereits jetzt liebt Amy ihre «Gute» über alles, die ihr dereinst auch zu mehr Selbstständigkeit im Alltag verhelfen soll. Und für sie in einer für Autismusbetroffene sehr verwirrenden Welt die Übersicht behält.

Amy liebt ihren Hund, der seit einigen Wochen in der Familie weilt, schon jetzt abgöttisch.

Amy liebt ihren Hund, der seit einigen Wochen in der Familie weilt, schon jetzt abgöttisch.

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