Weihnachten

Stress hilft beim Geschenkekauf – zumindest wenn Sie diese Tipps befolgen

Zu viele Menschen und Angebote: Vorweihnachtlicher Einkaufs-Stress.

Zu viele Menschen und Angebote: Vorweihnachtlicher Einkaufs-Stress.

Die Hektik vor den Feiertagen ist gefürchtet. Dabei muss Stress nicht schädlich sein – ganz im Gegenteil ist er ein guter Helfer in dieser Zeit.

Zu lang die vorweihnachtliche Besorgungsliste. Zu viele Menschen in den Läden. Zu viele Angebote, die um Aufmerksamkeit buhlen. Zu viel Jingle Bells und White Christmas. Es wird wieder mal nichts mit der Besinnlichkeit in der Adventszeit. Stattdessen droht auch diesmal Stress.

Doch ist Stress tatsächlich eine Bedrohung? Nicht unbedingt. Fachleute unterscheiden zwischen gutem und schlechtem Stress. Der gute hilft uns, schwierige Situationen zu meistern, der schlechte macht uns krank. Bei beiden spielt das Hormon Cortisol eine entscheidende Rolle. Stress lässt den Cortisolspiegel im Körper und im Hirn ansteigen. Eine kurzfristige Folge davon ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel – so steht der Zucker unserem Körper als Energie zur Verfügung. Wir sind bereit für die Gefahr, die Amerikaner reden von «fight or flight», kämpfen oder flüchten.

Eine Portion Extraenergie

Im Fall der vorweihnachtlichen Einkäufe funktioniert flüchten nicht, wir müssen uns durch die Menschenmassen und Geschäfte kämpfen. Dazu ist der Energieschub durch den Stress durchaus hilfreich. Nicht unbedingt, um uns mit ausgefahrenen Ellbogen zur Kasse vorzudrängeln. Vielmehr können wir die Energie nutzen, um nach dem dritten Laden, in dem das gesuchte Präsent ausverkauft ist, noch einen vierten anzusteuern und dort hoch konzentriert die Regale abzusuchen.

Ob der Stress beim Einkauf aber letztlich tatsächlich in die Kategorie des guten Stresses fällt, hängt stark davon ab, ob der Ausflug in die Ladenstrasse mit Erfolg endet. Gut ist der Stress eben unter anderem, wenn er zu einem zufriedenstellenden Resultat führt – wenn also nach dem Einkauf das Fazit lautet: «So, jetzt habe ich ein gelungenes Geschenk für eine geliebte Person gefunden.» Das Erfolgserlebnis belohnt uns, der Stress fällt ab, wir können uns erholen.

Kehren wir hingegen mit leeren Händen zurück, frustriert uns dies – und der Druck der unerledigten Aufgabe bleibt. Ist der Pegel des Stresshormons Cortisol dauerhaft erhöht, wird es problematisch. Es ist der chronische Stress, der zu Burnouts, Depressionen, Übergewicht führen kann. Auch im Hirn werden Schäden sichtbar: In der Amygdala, dem Angstzentrum des Gehirns, wird das Wachstum der Nervenzellen angeregt. Im Hippocampus, einer für das Gedächtnis und für Stimmungen entscheidenden Hirnregion, schrumpfen die Zellen dagegen.

Schwieriger wirds an Festtagen

Die gute Nachricht: Die geschrumpften Hirnzellen sterben nicht ab. Die Schäden können also mindestens zum Teil rückgängig gemacht werden – wenn der Stress ein Ende hat. Und das ist beim Weihnachtsgeschenk-Einkauf ja entweder mit dem Ladenschluss am Abend oder (dieses Jahr) spätestens am 23. Dezember der Fall. Somit stehen die Chancen gut, die Adventszeit ohne bleibende Schäden zu überstehen.

Wie es mit dem Stress an den Feiertagen selber steht, ist eine andere Frage. Doch wer bis dahin einigermassen entspannt geblieben ist, hat stärkere Nerven fürs Beisammensein unter dem Weihnachtsbaum. Das ist wichtig, denn beim Zusammentreffen mit der Verwandtschaft ist Cortisol weniger hilfreich als im Einkaufsrummel. Vermutlich sind unter dem Weihnachtsbaum weder «flight» noch «fight», weder Flucht noch Kampf akzeptable Optionen.

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