Leben

Guetzeln für Faule: Mit Teigwaren und Zitronenpresse statt mit Förmli und Wallholz

Nicht perfekte, aber kreative und kinderfreundliche Guetzli.

Nicht perfekte, aber kreative und kinderfreundliche Guetzli.

Es müssen nicht immer Sterne sein – auch ganz ohne Ausstechformen und Wallholz lässt sich prima guetzeln, wenn man die angesagten Kniffs kennt.

Die Adventswochen mit ihren vielen Ansprüchen sausen im Nu vorbei und die Guetzlibüchse ist immer noch leer? Dann hätten wir da ein paar Kniffs wie Guetzeln ganz ohne Ausstechformen, ohne lästiges Auswallen und selbst mit kleinen Kinderhänden gelingt.

Die Lösung liegt in der Kugel. Einen Grundteig zubereiten (jenen für Mailänderli zum Beispiel), dann kleine Portionen abtrennen, zu Kugeln formen und dann Gegenstände nehmen, die in jedem Haushalt vorhanden sind. Sie in den Teig drücken, backen, fertig.

Schwingbesen in Safran getunkt für gelbe Sterne

Plötzlich machen die Krawättli-­Teigwaren nicht nur in der Pfanne, sondern auch als Dekorationshelfer für Weihnachts­guetzli Sinn. Erstaunlich, was etwa die Macher der englischsprachigen Kochwebseite «So Yummy» alles zweckentfremden. Den Schwingbesen tauchen sie in eine Schüssel mit Zimt oder Safran, drücken ihn in die Teigkugeln, schon ergeben sich verschiedenfarbige Sterne. Das Backgitter hingegen verschönert die Guetzli mit einem grafisch-hippen Linienmuster.

Die einfachsten Spitzbuben der Welt

Oder vielleicht doch lieber eine clevere Spitzbubenvariante? Die Spitze der Zitronenpresse leicht in die Teigkugel stossen, in die Mitte der Vertiefung etwas Konfitüre geben. Sieht fast schon aus, als sei jemand mit Konditorambitionen am Werk gewesen. Dabei war es nur jemand unter Zeitdruck. Sogar die Luftpolsterfolie eignet sich zum Guetzliverzieren: anpressen, mit einem Messer den runden Teigfladen zum Sechseck schneiden, schon liegt das Bienenwaben-Guetzli vor einem. Plätzli-Humoristen hingegen gefällt vielleicht dieser Trick: Einen Flaschenschraubdeckel nehmen, in die Teigkugel pressen, mit einem Röhrli vier Löcher stechen, je zwei neben- und übereinander, fertig ist der süsse Hosenknopf.

Alte Häckeldecke auf den Teig drücken

Auch Bloggerinnen, deren Guetzli sich aus Trendsettergründen eher von herkömmlichen Mailänderlisternen und Brunsliherzen unterscheiden sollten, greifen gerne zu solchen Hacks. Eine von ihnen ist die Zürcherin Nicole Giger von www.magsfrisch.com. Sie will dieses Jahr mit Guetzli mit Spitzenmuster überraschen. «Dazu einfach einen Spitzenstoff zwischen Teig und Wallholz legen», sagt sie. Wenn man ein Glas mit verziertem Boden in den Teig drücke, ergebe das ebenfalls einen wunderbaren Effekt.

Der Trick mit der Gabel und der Schokolade

Gigers dritter Tipp: «Auch einen Gegenstand in Schokoladenpulver zu tunken, und damit den Teig zu bearbeiten ist effektiv und attraktiv.» Also: Eine Gabel hervorkramen, in die braune Masse tauchen und die Zinken von allen vier Seiten ansetzen. Oder, wie die Plattform «So Yummy» empfiehlt, einen Flaschenhals mit Pulver bedecken und dann in den Teig pressen. Sieht gebacken aus wie ein Pilz. Einer, der garantiert ungiftig ist und rasch verzehrt.

Rosa Galsur für verbrannte Guetzli

Wer es konventioneller mag, auch für den hat die 33-Jährige einen Tipp: «Warum nicht mal die Mailänderli mit Spekulatiusgewürz oder Mohn zubereiten? Oder weisse statt braune Brunsli backen» (siehe Rezept in Box). Auch für den Fall, dass die Guetzli etwas gar dunkel aus dem Ofen kommen, hat die Food-Bloggerin eine Idee. Sie rät Eiweisspuderzuckerglasur mit etwas Blutorangensaft zu färben, und mit der rosa Glasur die Guetzli zu verzieren. Wenn die Guetzli optisch komplett versagen, sonst aber ganz gut schmecken, kann man sie auch zerkrümeln und ihnen in einem Chees­cake-Keksboden ein zweites Leben schenken.

Reis oder einen Apfelschnitz in die Büchse geben

Sind die Weihnachtsguetzli endlich fertig gebacken und gut ausgekühlt, dann diese unbedingt in einer luftdichten Dose aufbewahren. Wer es besonders knusprig mag, der soll Reis auf den Boden geben, etwas Backpapier drauflegen und dann die Guetzli einfüllen, sagt Nicole Giger. Bei Guetzli, die eher saftig sein sollten, etwa Kipferl oder Lebkuchen, legt sie hingegen einen Zitronenschnitz oder einen Apfel mit in die Büchse. Und Guetzli mit viel Butter oder Pralinés seien im Kühlschrank ideal aufbewahrt.

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