Kurzflug von Bern nach Zürich? In der Schnelle über den Vierwaldstättersee und in einem Ruck aufs Matterhorn? Flugtaxis wären in der kleinen Schweiz äusserst attraktiv. Erst recht, wenn man an unsere hügelige und bergige Landschaft denkt.

Bei uns sind das noch Zukunftsvisionen. Doch in Dubai werden sie Realität: Die staatliche Verkehrsbehörde von Dubai, die Roads and Transport Authority RTA, gibt grünes Licht für den Testbetrieb von Lufttaxis.

Das arabische Emirat holt sich die Technik bei den Deutschen: Die Karlsruher Firma e-volo hat einen speziellen Hubschrauber entwickelt, den Volocopter. Der elektrisch angetriebene Multikopter hat keine mechanischen Teile wie beim Heli, sondern 18 an die Motoren festgebaute Propeller.

Die Testfahrten sollen Ende dieses Jahres beginnen und fünf Jahre dauern. «Wir sind sehr stolz, dass uns die RTA nach rigorosen Tests als Partner ausgewählt hat», sagt Alexander Zosel, Mitgründer der Firma. Ausschlaggebend für die Wahl von Volocopter seien insbesondere die strengen deutschen und internationalen Sicherheitsstandards. Nun muss die Technologie im Wüstenklima bestehen.

Extra Start- und Landebahnen

Dubai will bis zum Jahr 2030 einen Viertel des ganzen Personenverkehrs mit autonomen Verkehrsmitteln ausstatten. Dafür will die RTA entsprechende Routen festlegen und die Stadt mit Start- sowie Landebahnen versehen. Zosel ist überzeugt, dass weitere Metropolen mit autonomen Flugzeugen nachrücken werden: «Wir sehen Dubai als Vorreiter für einen riesigen entstehenden Markt», sagt er.

Der Volocopter bietet Platz für zwei Passagiere, wiegt 450 Kilogramm und gehört damit zur Kategorie der Ultraleichtflugzeuge. Er erreicht eine Geschwindigkeit von über 100 km/h, eine Höhe von zwei Kilometern und hält sich rund eine Stunde in der Luft auf.

Gesteuert wird er mit einem Joystick. Laut Zosel soll das Taxi schon 2018 in Serienproduktion gehen. Bis zur Testphase in Dubai wird der Volocopter im deutschen Luftsportmarkt verfügbar sein, jedoch wird er da von einem ausgebildeten Piloten gesteuert.

Konkurrenzlos sind die Deutschen nicht. Der chinesische Hersteller Ehang will in Dubai ebenfalls mit autonomen Drohnen durchstarten. Und der US-Taxibetrieb Uber hat angekündigt, dass sie im Jahr 2020 eine Flotte von Passagierdrohnen in Dubai testen wollen. Traditionelle Unternehmen sind ebenfalls an der Entwicklung von Lufttaxis beteiligt.

Der grösste europäische Flugzeughersteller Airbus entwickelt mit «Vahan» ein automatisiert fliegendes Taxi. Dieses soll sogar mit dem Smartphone zu einem Landeplatz gerufen werden und dann – mitsamt Passagier – das gewünschte Ziel ansteuern. Flugplanung und -phasen übernimmt vom Start bis zur Landung der Bordrechner.