Gas, Öl, Elektro

Gas, Öl, Elektro: Die gängigsten Heizsysteme

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Gas, Öl oder Elektro: Energieeffizienz ist ein hohes Gut. Warm, gemütlich und kostengünstig sollte es aber dennoch sein, was gerade Hausbesitzer bei der Wahl des Heizungssystems vor schwierige Entscheidungen stellt. So könne ein gut isoliertes Gebäude mit einer Ölheizung durchaus gegen eine Villa ankommen, in der die mit Holz erzeugte Wärme durch undichte Fenster verschwinde.

Ein Blick auf die Hauptenergieträger zeigt: Gerade Wärmepumpen haben in den vergangenen Jahren massiv an Bedeutung gewonnen. Sie kommen mittlerweile in rund 18 Prozent der rund 1,5 Millionen Wohngebäude in der Schweiz zum Einsatz, was eine Vervierfachung seit dem Jahr 2000 bedeutet. Gasheizungen konnten im selben Zeitraum ebenfalls zulegen, von knapp 15 auf nun deutlich über 20 Prozent. Und woher kommt der Zuwachs? Aus den Bereichen Heizöl, Elektro und Holz, wobei Heizöl trotz eines rapiden Rückgangs die klare Nr. 1 bleibt. Bis heute werden vier von zehn Häusern in der Schweiz mit Öl geheizt. Im Jahr 2000 waren es allerdings noch fast sechs von zehn.

Im Folgenden stellen wir die gängigsten Heizsysteme mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen kurz vor:

Öl / Ölheizungen

Ölheizungen bieten Unabhängigkeit. Die Systeme sind erprobt, arbeiten meist sparsam und ressourcenschonend. Leitungen und Anschlüsse wie beim Gas sind unnötig. Mit Einführung der Brennwertheizungen konnte die Wärmeausbeute noch einmal um rund sechs Prozent gesteigert werden. Das ist zwar deutlich weniger als der Gewinn durch die Technik beim Gas, aber immer noch lohnend. So wird ein Wirkungsgrad nahe am Idealwert erreicht.

In punkto Kosten sind neben der Anschaffung (Qualität mit höheren Preisen zahlt sich auf Dauer aus!) die Betriebskosten von Belang. Schornsteinfeger und eine regelmässige Wartung müssen beglichen werden, der Preis für das Öl selbst ist langfristig nur schwer zu kalkulieren. Brennwertkessel sind dafür wartungsärmer als ihre Vorgänger, bei der CO2- und Schadstoffbilanz gibt es ebenfalls Fortschritte.

Gas / Gasheizung

Wer mit Gas heizt, spart Lagerplatz für Brennstoffe und kann bei der Ökobilanz Pluspunkte verbuchen, auch wenn keine erneuerbaren Energien genutzt werden. Wie so oft ist es eine Frage des Vergleichs: Heizöl schneidet in Sachen CO2 deutlich schlechter ab (20 bis 25%), Brennholz beim Feinstaub. Grosse Fortschritte gab es auch hier durch die Brennwerttechnik, die sich beim Gas weit schneller als beim Öl durchsetzen konnte.

Die Anschaffungskosten liegen (je nach System) unter 10.000 Franken für ein Einfamilienhaus, der Anschluss im Haus ist meist unproblematisch. Zusätzlich können Sie sich (gerade bei Gas-Solar-Anlagen) erkundigen, ob es weitere Fördermöglichkeiten gibt.

Holzpellets / Pelletheizung

Holzpellets wirken zunächst wenig vertrauenerweckend, bestehen aber tatsächlich nur aus Holz. Unter hohem Druck werden Sägespäne gepresst, was die bindenden Stoffe des Naturstoffs aktiviert und so den Zusammenhalt sichert. Zugleich sorgt die hohe Dichte für einen guten Brennwert (rund 4,8 kWh). Scheitholz kann da nicht mithalten, im Vergleich zu Heizöl und Heizgas liegt das Verhältnis

etwa bei 1:2. Um einen Liter Heizöl oder einen Kubikmeter Erdgas zu ersetzen, müssten also rund zwei Kilo Pellets verbrannt werden.

Noch besser fällt die CO2-Bilanz aus, denn hier läuft es (fast) auf ein Nullsummenspiel hinaus. CO2-Neutralität bedeutet zugleich, dass die CO2-Abgabe entfällt. Beim harten Kostenvergleich pro erzeugte Kilowattstunde schneiden Pellets um rund 15 bis 20 Prozent günstiger ab als Öl und Gas.

Strom / Elektroheizung

Eine elektrische Fussbodenheizung sorgt für Behaglichkeit und ein angenehmes Raumklima, aber rechnet sich die Sache auch? Und wie steht es mit einer Infrarot- oder Strom-Speicherheizung? Trotz zahlreicher Vorteile bei Installation, Wartung und Brennstoff-Lagerung bleiben Elektroheizungen in der Kritik, gerade wenn es über einen warmen Boden im Bad hinausgeht. Die wichtigsten Gründe dürften der vergleichsweise geringe Wirkungsgrad und die hohen Kosten sein. Dass Strom in den kommenden Jahren günstiger wird, ist kaum zu erwarten. Wer auf die eigene Solaranlage setzt, muss zumindest begünstigt wohnen. Schliesslich wird die höchste Heizleistung im Winter verlangt.

Dank vieler Alternativen sinkt der Anteil der Elektroheizungen ständig. 2017 lag er in der Schweiz bereits unter sieben Prozent.

Wärmepumpen

Das Prinzip der Wärmepumpe klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Das System nutzt die gespeicherte Wärme in Erde, Wasser oder Luft, die nicht nur kostenlos, sondern auch in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht. Einziger Wermutstropfen: Etwas herkömmlichen Strom braucht es dafür schon. Mit einem Verhältnis von 1:4 (verbrauchter zu erzeugter Kilowattstunde) rechnet sich die Sache aber – für Haushaltskasse und Umwelt. Emissionen gehen von der Wärmepumpe selbst nicht aus, die CO2-Bilanz hängt also letztlich vor allem davon ab, woher der Strom zum Betrieb des Systems stammt.

Und die Nachteile? Hier geht es vor allem um die örtlichen Gegebenheiten, die sehr unterschiedlich ausfallen können. Nicht jedes Verfahren ist überall sinnvoll einsetzbar, die Erschliessung zum Teil sehr aufwändig. Hinzu kommen Investitionen an Zeit und Nerven für die Bewilligungsverfahren. Wer die Installation einer Wärmepumpe plant, sollte sich im Vorfeld gut beraten lassen.

Sie haben die Wahl

Solarthermie (Sonnenkollektoren) kann massgeblich dazu beitragen, Energiekosten zu senken, gerade bei der Warmwasserversorgung. Blockheizkraftwerke werden immer kleiner und besser einsetzbar. Schliesslich ist auch die Versorgung mit Fernwärme eine Option, die in den vergangenen Jahren einen Aufschwung erlebt hat. Jeder zwanzigste Haushalt in der Schweiz wird inzwischen mit Fernwärme versorgt.

Gas, Öl, Elektro, Holz, Pellets, Wärmepumpe oder Solarthermie: Möglichkeiten gibt es viele. Die besten verbinden Effizienz und ökologische Nachhaltigkeit. Eine Entscheidung lässt sich nur in Kenntnis der örtlichen und baulichen Gegebenheiten treffen.

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