Geschafft!

Er hat seinen Vorsatz erfolgreich umgesetzt: Reto Schaub hat 60 Kilo abgenommen

Reto Schaub, Informatiker, hat seinen Neujahrsvorsatz 2017/2018 umgesetzt und über 60 kg auf 130 kg abgenommen.

Die meisten guten Vorsätze scheitern. Ob nun zu Jahresbeginn oder sonst wann. Doch diese beiden haben es geschafft: Reto Schaub hat 60 kg abgenommen und Matthias raucht nicht mehr.

Es ist verhext mit den Vorsätzen. In der zweiten Januarwoche sind viele schon gescheitert. Aber manche schaffen es doch. Zwei solche Erfolgreiche haben wir gefunden.

Sein Leben ist nun ein anderes: Es ist der 47-Jährige Reto Schaub aus Basel. Noch vor einem Jahr wog er 191 Kilogramm und hätte von sich gesagt: «Ich fühle mich wohl, so wie ich bin.»

Dann kam dieser grippale Effekt kurz vor den Skiferien. Nach einem Tag in den Skiferien wurde er mit Lungenentzündung ins Spital eingeliefert. Durch die Hustenanfälle brachen drei Rippen. Eine bohrte sich in die Lunge. Am 1. März 2018 wurde er operiert – als Hochrisikopatient. Die Narkose war bei seinem Körpergewicht gefährlich. Zwei Tage lag er danach auf der Intensivstation. Neben ihm starb ein Mann, 58. «Das war prägend», erinnert sich Reto Schaub. Er fragte sich: «Warum starb dieser Mann, aber nicht ich, obwohl ich seit Jahren Raubbau an meinem Körper betrieb?»

Drei Wochen Spital, vier Wochen zu Hause, ihm fiel die Decke auf den Kopf. Da hatte er schon 15 Kilogramm Gewicht verloren. Er beschloss, mehr zu tun und begann auf die Ernährung zu achten. Strich die Teigwaren, Chips und Nüssli aus seinem Menuplan. Denn 15 Kilogramm hatte er auch schon abgenommen – und wieder zu. Er meldete sich bei einem Fitnessstudio an und begann dort drei Mal in der Woche jeweils um 6.30 Uhr Sport zu machen.

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Übergewichtige haben es schwer

«Ich merkte: Ich mache gerne Fitness», sagt er, «aber ich merkte auch, die meisten stark Übergewichtigen kommen nach einem Monat nicht mehr ins Fitnessstudio. Warum?» Er erklärt es sich damit, dass die Fitnessinstruktoren gar nicht wüssten, was Übergewichtige mitmachen, wenn sie ins Fitness gingen.

Diese Woche begann er deshalb die Ausbildung um Fitnesstrainer, nebenberuflich zu seinem Job als Informatiker. Er will anderen zeigen, wie es klappt. Mittlerweile wiegt Reto Schaub 134 Kilogramm. Vier Kilo mehr, als er Ende 2018 auf den Rippen haben wollte. Aber Mitte 2019 sollen es weniger als 100 Kilogramm sein, sein Ziel: 95 Kilo. «Jeder hat mal einen Tag, an dem er ausschert und es nicht schafft. Gerade über Weihnachten», sagt er. «Man darf bloss den Fokus nicht verlieren.» Er fühlt sich agiler mit jedem Kilo, das weg ist und kann sich Kleider in normalen Läden kaufen. Die Ratgeberliteratur. Adipositasberatung. Das hilft alles.

Aber es reicht nicht. Es reicht auch nicht, dass Reto Schaub jetzt zu einem Apfel greift, wenn er Lust hat, zu essen. Er sagt zwar «das ist reine Kopfsache». Aber er hat noch andere Unterstützung gefunden: Wenn er gefrustet ist, redet er mit seiner Frau, ruft seine Schwester oder seinen besten Freund an. «Jetzt rede ich, statt mich mit Essen abzulenken», sagt er. «Wir sind eine anonyme Gesellschaft, die Probleme entstehen nur, weil man nicht darüber redet.»

Mit 30 die Wende

Mit dem Übergewicht ist es wie mit dem Rauchen: Alle wissen, dass es ungesund ist. Doch die Probleme werden erst später sichtbar. Matthias G. war sich bewusst, dass er sich längerfristig nichts zugute tat, als er in der RS mit Rauchen begann. Deshalb nahm er sich schon früh vor: mit 30 wird er Nichtraucher. Und so war es, als er im Sommer 2016 dieses Alter erreichte: «An einem Samstag feierte ich Geburtstag, am Sonntag schlotete ich noch wie ein Kamin, am Montag rührte ich keine Zigarette mehr an - bis heute nicht.»

In den ersten paar Tagen war er stolz, fühlte sich ein wenig besser als die Raucher um ihn herum. Danach war er nur noch sauer. «Die Freude, die mir eine Zigi gab, fehlte mir», sagt er. Doch er hatte es sich nun mal vorgenommen. Und: Es musste ja nicht für immer sein. Ein Jahr ohne Zigarette würde reichen, um den Vorsatz zu erfüllen.

Als das Jahr um war, waren auch der Ärger und das Leiden vorbei. Nicht dass er sich nun besser fühlen würde. Fitter sein und freier atmen habe er nur in den ersten zwei, drei Wochen wahrgenommen. Aber er weiss, dass er sich jene Herz- und Gefässprobleme erspart, die er von seinem Vater kennt.

«Vielleicht werde ich mir mit fünfzig oder sechzig diese Lebensqualität wieder gönnen», sagt er. Vielleicht auch nicht - aber der Gedanke hilft, die Lust auf eine Zigarette zu ertragen, die sich noch immer manchmal meldet.

Haben Sie auch schon erfolgreich über Jahre einen Vorsatz umgesetzt? Schreiben Sie uns Ihre Geschichte an: leben-wissen@aargauerzeitung.ch

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