Herausforderung

Ein Dutzend Kinder: bei der Grossfamilie am Stubentisch

Abenteuer Grossfamilie mit 12 Kindern

Regeln, Ämtli, Bescheidenheit: Der Alltag in einer Grossfamilie lässt sich nur bewältigen, wenn alle am gleichen Strang ziehen.

Sie wollten einst vier. Heute haben Dorothea und Markus Kiener aus Ebnat-Kappel im Toggenburg zwölf Kinder. Ein Einblick in ein rasantes Familienleben.

Wenn 14 Menschen unterschiedlichsten Alters unter demselben Dach zusammenleben, braucht es klare Regeln. Oder wie es Markus Kiener sagt: «Man muss schon streng sein. Die Kinder müssen wissen, wenn man etwas sagt, dann gilt das.»

Markus und Dorothea Kiener aus Ebnat-Kappel im Toggenburg haben zwölf Kinder. Heutzutage eine Seltenheit. Der Altersunterschied zwischen der ältesten und der jüngsten Tochter beträgt zwanzig Jahre, die drei ältesten Kinder sind inzwischen ausgezogen. Oft kommt es ohnehin nicht vor, dass alle zuhause sind – zu unterschiedlich die einzelnen Terminkalender.

Die Waschmaschine läuft bis zu viermal täglich

Vier Kinder haben sich Kieners einst gewünscht. 1993 ist die erste Tochter zur Welt gekommen, es folgten elf weitere Kinder. Der Familienalltag hat dementsprechende Ausmasse: Zum Zmittag verzehrt die Schar mühelos zwei Kilo Spaghetti, die Waschmaschine läuft bis zu viermal täglich.

Er habe schon Familien mit weniger Kindern erlebt, bei denen regelmässig das Chaos ausgebrochen sei, sagt Markus Kiener. Das hat das Paar stets zu vermeiden versucht. So gibt es nicht nur klare Regeln, es müssen auch alle mit anpacken. Jedes Kind verräumt etwa seine gewaschenen Kleider selbst und natürlich gibt es einen Ämtliplan. 

«Immer jemanden zum Reden»

Eine Grossfamilie geht auch ins Geld. Camping- statt Skiferien und überhaupt ein bescheidener Lebensstil – das scheint für die Kinder nie ein Problem gewesen zu sein. Aufwachsen in der Grossfamilie hat laut der Zweitältesten Elisabeth dafür andere Vorteile: «Man hat die Kollegen quasi immer um sich und auch immer jemanden zum Reden.»

Dafür ist es laut den Eltern fast unmöglich zu verhindern, dass eines der vielen Kinder mal zu kurz kommt. Doch der Erziehungsstil der Eltern hat sich laut Mutter Dorothea Kiener auch gewandelt: «Die Zeiten haben sich geändert, die Jungen heute sind anders, auch das Schulsystem.» Schliesslich sind die Älteste und die Jüngste schon fast in einer anderen Generation aufgewachsen. (smo)

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