Alternative 1: Der Elektrokamin 

Klein, preiswert, einfach aufzustellen, kinderleicht zu bedienen, völlig ungefährlich: Mit diesen Vorzügen punktet ein Elektrokamin. Wie ein Heizlüfter oder Ölradiator kommt ein solcher Kaminofen meist auf Rollen daher, das Stromkabel wird einfach in die Steckdose gesteckt. Ist der Elektrokamin eingeschaltet, flackert die Flammen-Attrappe hinter dem Glas auf, der integrierte MP3-Player erzeugt dazu ein realistisches Knistern und Knacken. Das Metallgehäuse in Kamin-Optik ist passend zum Interieur in verschiedenen Farben und Stilen zu haben. 

Die Wärme lässt sich beim Elektrokamin zu- oder abschalten. Je nach Bedarf ist der Kamin also nur schöner Schein oder sorgt auch für Wärme. Die Leistung lässt sich meist stufenweise regeln und entspricht in etwa einem Ölradiator. Mit einem Elektrokamin können kleinere Räume in der Übergangszeit zu annehmbaren Kosten beheizt werden. An wirklich kalten Tagen bietet er zusätzliche Wärme – eine Heizung ersetzt er indes nicht. 

Elektrokamin: Vorteile auf einen Blick 

  • geringe Anschaffungskosten
  • beansprucht wenig Platz
  • verursacht keinen Schmutz
  • produziert keine Abgase
  • verbraucht keinen Sauerstoff
  • auch ohne Geräusch zu betreiben
  • kein Brennmaterial notwendig 
  • dank Rollen leicht zu transportieren
  • keine offene Flamme – ungefährlich auch für kleine Kinder 
  • benötigt keine Genehmigung und keinen Schornstein 

Elektrokamin: Nachteile auf einen Blick 

  • Abhängigkeit von Stromversorgung 
  • höhere Stromkosten bei stärkerer Wärmeleistung 
  • erforderliche Nähe zu Steckdose schränkt flexible Nutzung ein 
  • störendes Stromkabel 
  • Fernsehbild-Eindruck statt Feuer-Romantik 

Alternative 2: Der Gaskamin

Wärme und Flammen auf Knopfdruck, sogar per Fernbedienung – ein Gaskamin lässt sich leicht bedienen. Der Kaminofen kann mit einer Zeitschaltuhr kombiniert werden und startet dann automatisch mit dem Heizen. Aufgrund der aufwändigeren Brennertechnik verursacht ein Gaskamin jedoch deutlich höhere Anschaffungskosten als ein Elektrokamin. Eine Erdgasleitung setzt er jedoch nicht unbedingt voraus, bei geschlossenen Systemen nicht mal einen Schornstein für die Abluft. Vorhandene Installationen können zwar genutzt werden, es gibt aber auch Gaskamine, die sich mit einer Gasflasche betreiben lassen. Dann entfallen die Anschlussarbeiten und der Kamin ist an jedem beliebigen Platz in der Wohnung aufstellbar. Es muss nur noch für den Nachschub an Gasflaschen gesorgt werden. 

Kombinieren Sie Ihren Gaskamin mit einem Raumthermostat, sorgt die integrierte Regel- und Steuertechnik zuverlässig dafür, dass Ihr Zimmer auf Wunschtemperatur gehalten wird. Manche Systeme können zugleich warmes Wasser bereitstellen. 

Besonders interessant sind Erdgas-Nachrüst-Sets für bereits vorhandene echte Kamine. Damit geniessen Sie fortan die verlässliche Wärme ganz ohne Mühe: Legen Sie einfach Holzscheit-Imitationen oder Steine in die Flammen. Holzhacken, Schleppen und Stapeln sind für immer passé. 

Gaskamin: Vorteile auf einen Blick 

  • sicher
  • sauber
  • einfach zu bedienen
  • gleichmässige Flammen
  • auf Wunsch automatische Regelung
  • hohe Wärmeleistung gerade bei geschlossenen Systemen
  • gewünschte Optik von modern über klassisch bis historisch
  • Umrüsten von bestehenden Holzkaminen möglich

Gaskamin: Nachteile auf einen Blick 

  • hohe Anschaffungskosten für den Kamin
  • Kosten für Anschluss an Erdgasleitung
  • Schornstein und Genehmigung erforderlich für offene Systeme
  • alternativ dauerhafte Investition in Propangas-Flaschen oder Flüssiggaspatronen
  • Bei Gasleitungen Abhängigkeit von Lieferanten und dessen Preisen

Alternative 3: Ethanolkamin

Bio-Ethanol ist der derzeit umweltschonendste Brennstoff für einen Kamin. Bioethanol wird aus Pflanzen hergestellt, beispielsweise aus Zuckerrüben, Mais, Getreide oder Kartoffeln. Hochwertiges Bio-Ethanol verbrennt im Ethanolkamin nahezu rauchfrei und geruchlos. Bei der Verbrennung im Kaminofen entsteht Kohlendioxid (und Wasserstoff) in der Konzentration der menschlichen Ausatemluft. Regelmässiges Lüften genügt also, um mit der Frischluft die Sauerstoffzufuhr im Raum zu gewährleisten. Die offene Flamme benötigt 1,20 m Abstand zur Decke. Die Rückwand erhitzt sich beim Heizen (maximal 80 Grad), braucht also entsprechend Abstand zu Möbeln und Wänden. Die Flammen wirken sehr heimelig, die tatsächliche Wärmewirkung für den Raum ist jedoch vergleichsweise gering. Ein Ethanolkamin ersetzt keine Heizung, er ist eher etwas fürs Auge und für das Wohlbefinden. Der Nachschub erfolgt durch flüssiges Ethanol in Liter-Flaschen oder als Gel in Dosen (sogenannte Gelkamine).

Ethanolkamin: Vorteile auf einen Blick 

  • geringe Anschaffungskosten
  • schöne Flammen
  • leicht
  • klein
  • absolut flexibel, da keinerlei Anschluss nötig
  • auch einfache Wandbefestigung möglich oder Aufstellen mitten im Raum
  • kein Schornstein und keine Genehmigung erforderlich
  • geringe Kosten für Brennmaterial
  • verbrennt feinstaubfrei
  • keine Geruchsentwicklung

Ethanolkamin: Nachteile auf einen Blick 

  • geringe Wärmeleistung
  • Gefahr des Verspritzens von Ethanol beim Nachfüllen
  • Gefahr des Verbrennens beim Nachfüllen
  • regelmässiges Lüften erforderlich

Fazit: Echter Kamin als Feuerstelle – muss das sein? 

Die Frage lässt sich klar mit Nein beantworten. Die Feuerstelle mit echtem Holz punktet vor allem bei der Romantik, ästhetisch sind aber die Konkurrenten.  Beim Abwägen aller Vor- und Nachteile der Alternativen zum echten Kamin sollten Sie den Sicherheitsaspekt im Blick behalten. Zwar sind Produkte aus Fernost häufig günstiger als Modelle europäischer Hersteller. Geprüfte Siegel wie etwa jenes vom TÜV garantieren ihnen jedoch ungetrübte Freuden am offenen Feuer im heimischen Wohnzimmer. Verlässlichkeit kostet nur ein paar Euro mehr, kann sich beim Kamin aber schnell bezahlt machen.