Dies fanden britische Forschende in einer Studie heraus, in die auch Daten aus der Schweiz einflossen. Die Wissenschaftler berichteten im Fachblatt "Social Science and Medicine" über ihre Ergebnisse.

Die erwachsenen "Bumerang-Kinder" lösen bei ihren Vätern und Müttern Stress aus und verursachen oft Konflikte, wie Marco Tosi von der London School of Economics und Emily Grundy von der University of Essex berichten. Laut ihrer Umfrage in 17 Ländern Europas verlieren die Eltern durch den wieder einziehenden Nachwuchs an Kontrolle über ihr eigenes Leben, Autonomie, Vergnügen und die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung.

"Die Eltern geniessen ihre Unabhängigkeit, wenn die Kinder ausgezogen sind, und das Wiederfüllen eines leeren 'Nests' kann als Entweihung dieses Lebensabschnitts angesehen werden", meinen die Forscher. Dies passiere aber nur, wenn schon sämtliche Kinder flügge sind und das Nest leer ist. Gibt es im elterlichen Refugium noch ein Nesthäkchen, fällt ein zusätzlicher Heimkehrer offensichtlich nicht weiter ins Gewicht.

Von den 99'000 befragten Eltern zwischen 50 und 75 Jahren hatten 1070, also rund ein Prozent, solche "Bumerang-Kinder". Oft flüchteten sich diese etwa nach einer Scheidung oder Arbeitsplatzverlust zurück ins elterliche Heim. Solche negativen Ereignisse verschlimmern zudem das Unwohlbefinden der alten Herrschaften über das Eindringen in ihren nunmehr freier geglaubten Alltag, so die Forscher.