Leben

Besser als jede Drohne: Jetzt wird aus dem Fernglas eine Zoom-Kamera

Ein brünstiger Hirsch als Nahaufnahme: Mit dem Feldstecher dazwischen gelingt das. Bild: Swarovski

Ein brünstiger Hirsch als Nahaufnahme: Mit dem Feldstecher dazwischen gelingt das. Bild: Swarovski

Der gute alte Feldstecher ist zurück: Mit einer Handy-Halterung lassen sich auf Wanderungen spektakuläre Fotos machen.

Die Punkte, die sich dort oben am Hang bewegen, sind das vielleicht Gämsen? Wir strengen unsere Augen an, doch auch die Kinder in der Gruppe mit ihren Adleraugen können die Punkte nicht identifizieren. Sind es am Ende bloss Steine oder Wurzelstöcke in der Wiese?

Als Wanderer kommt man zwar der Bergwelt nahe, aber dorthin, wo die wilden Tiere seelenruhig grasen, gelangt man selten. Zur genaueren Betrachtung könnte man heutzutage eine Drohne steigen lassen. Doch dies ist an vielen Orten verboten, die surrenden Maschinen erschrecken die Wildtiere.

Also greifen wir auf den urtümlichen Feldstecher zurück. Sie sind zwar nicht unbedingt billiger als Drohnen – aber weniger zerbrechlich und absolut tierfreundlich, und sie funktionieren ohne Akku. Fotos schiessen, das geht jetzt auch damit: Auf manche Feldstecher können Adapter für Smartphones geschraubt werden. So kann man den zu Hause Gebliebenen oder auf Social Media zeigen, was man unterwegs erspäht hat. Im Handel kosten sie 30 bis 100 Franken.

Wir sind mit einem hand­lichen Modell unterwegs, das uns Swarovski Optik geliehen hat, dem CL Pocket für 750 Franken. Und so sehen wir jetzt, was das für Punkte weit oben unter den Felsen am Hang sind: Ziegen. Ein bisschen enttäuscht sind wir ob der gewöhnlichen Haustiere. Den Kindern allerdings ist es egal: Sie finden es schlicht spannend, dass der gegenüberliegende Hang plötzlich sozusagen vor ihrer Nase liegt.

Abwechslung auf langen Wanderungen

Das Fernglas ist eine willkommene Abwechslung gerade für die Kinder, welche sich von atemberaubenden Panoramen weniger beeindrucken lassen. Lieber schauen sie jetzt, ob ­dieses längliche Etwas auf dem entfernten Gipfel ein Mensch oder ein Gipfelkreuz ist. Es ist ein Kreuz, ein Mensch wäre an diesem Nachmittag spät dran dort oben.

Überhaupt: An die meisten Orten, die wir jetzt mit dem Fernglas absuchen, hat wohl kaum je einer seinen Fuss gesetzt, nicht einmal eine Bergsteigerin oder ein Strahler. Die steilen Couloirs, die zackigen Felsen, die einsamen Schneeflecken – wir sehen sie jetzt nah, sehen ­sogar Pflanzen, die dort Halt ­gefunden haben, Vögel, die ­elegant entlang der Felswände fliegen. Fast vergessen wir, dass wir mit unseren ungelenken ­Beinen auf einem Wanderweg stehen.

Das Fernglas kann man übrigens auch als Lupe verwenden und damit Insekten bewundern: Einfach umgekehrt durchschauen. Nur für ein Tier braucht man selten ein Fernglas: Die Murmeltiere stieben auf dem Heimweg ­immer wieder vor uns auseinander.

Meistgesehen

Artboard 1