Swisscom warnt schnell. Kaum ist auf dem Flughafen von Gran Canaria das Handy eingeschaltet, leuchtet auf dem Display auch schon eine SMS mit dem Hinweis auf, in Spanien würden es die Mobiletelefondiebe besonders bunt treiben. «Passen Sie auf!» Um es vorwegzunehmen: Nach zwei ziemlich verregneten Wochen betrat der Schreibende das Flugzeug nach Hause zwar ohne sonnengebräunte Haut, dafür immerhin mit dem gleichen iPhone, mit dem er gekommen war.

Aus der Luft gegriffen war die Warnung indes nicht. Die Versicherung Axa (frühere «Winterthur») hat die bei ihr gemeldeten Handydiebstähle der zurückliegenden fünf Jahre ausgewertet und eine Liste des Grauens für Rastlostipper erstellt. Darauf nehmen die beiden spanischen Top-Destinationen Barcelona und Mallorca Spitzenränge ein (siehe Tabelle). Von nirgendwo sonst meldeten Axa-Versicherte so oft den Verlust ihrer Mobilegeräte durch Diebstahl. Nicht ergründen lässt sich logischerweise der Graubereich jener Handys, die am Strand aus Unachtsamkeit versandeten oder in feucht-fröhlicher Runde unsachgemäss zu Boden spediert wurden und trotzdem auf dem Diebstahlranking auftauchen.

Dass mit Ausnahme von Konstanz lauter beliebte Hochburgen des Massentourismus die Axa-Liste zieren, ist natürlich kein Zufall. «Gestohlene Handys werden uns insbesondere aus beliebten Tourismusdestinationen gemeldet, denn dort mischen sich besonders gern Diebe unters Volk», sagt Stefan Müller, Leiter Schaden Sachversicherungen bei Axa.

Vorsicht in der Westschweiz

Die Mobilgerätediebe haben an Wochenenden und im Sommer Hochsaison, hat Axa festgestellt. 40 Prozent der Daten in den Verlustmeldungen entfallen auf einen Samstag oder Sonntag. Nicht nur auf Mallorca oder in Barcelona, sondern auch in der Schweiz. «Im Sommer und an Wochenenden sind die Menschen öfters draussen, und es finden zahlreiche Festivitäten statt. Das bietet den Dieben mehr Möglichkeiten zuzuschlagen», sagt Müller.

Bei Sommerpartys, Festivals, Open-Air-Kinos und in überfüllten Badis sei besondere Vorsicht angebracht. In der Schweiz besteht bei den Diebstählen ein West-Ost-Gefälle. «In der Westschweiz ist die Wahrscheinlichkeit eines Handydiebstahls deutlich höher als etwa im Tessin oder in der Zentral- und Ostschweiz», hat man bei Axa festgestellt. Die meisten Versicherungen bieten «einfacher Diebstahl auswärts» über die Hausratsversicherung an. Bei gestohlenen Handys kommen sie in der Regel für den Neuwert auf.