Glosse
Salzkorn

Warum der Bundesrat ein millionenteures Fleischlager einrichtet.

Silvan Lüchinger
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Illustration: Corinne Bromundt

Pflichtlager an lebensnotwendigen Gütern kennt die Schweiz seit vielen Jahrzehnten. Dazu gehören Nahrungsmittel wie Zucker, Reis oder Speiseöle, aber auch Brotgetreide, Dünger und Futtermittel für drei bis vier Monate. Benzin, Diesel und Heizöl müssen für viereinhalb Monate vorrätig sein, starke Schmerzmittel für drei. Dazu kommen verschiedenste andere Medikamente für Mensch und Tier – man denkt ja nicht nur an sich selber.

Doch bei aller Um- und Voraussicht kann auch einmal etwas vergessen gehen oder in seiner Bedeutung unterschätzt werden. Gerade jetzt erleben wir das schmerzlich. Es fehlen Schutzmasken, und zwar Millionen davon.

Noch einmal will der Bundesrat eine solche Versorgungslücke nicht erleben.

Er gibt deshalb drei Millionen Franken frei, um Fleisch einlagern zu können. Kalbsbraten zum Beispiel, Gitzi und edle Stücke vom Rind. Vergleichbar mit den Vorräten für das gemeine Volk ist das aber nicht. Im Gegenteil: Das Edellager an Hohrücken, Entrecôtes und Rindsfilet wird erst angebrochen, wenn wieder einmal bessere Tage kommen.