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Prosit am Grab

Gedanken zur Vergänglichkeit und über die Verbundenheit mit Verstorbenen

Bruno Hübscher, Seelsorger
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Bruno Hübscher, Seelsorger

Bruno Hübscher, Seelsorger

Die Herbstzeit, wenn die ­Blätter fallen, lädt dazu ein, sich der eigenen Vergänglichkeit gewahr zu werden und sich zu fragen, wie es denn wohl einmal nach dem Tod weitergeht. Im Bibeltext beim Evangelisten Lukas (Lk 20, 27–38) lesen wir, dass die Geschichte wohl gut weitergehen wird und unser Gott ein Gott der Lebenden ist. Das gefällt mir.

Gerne erinnere ich mich in diesem Zusammenhang an den pastoralen Einsatz, den ich mit meiner Familie in den Philippinen geleistet hatte. In diesen Jahren habe ich mit­bekommen, dass viele Philippiner am Allerheiligentag jeweils auf die Gräber ihrer Angehörigen gehen, dort schöne Tanzmusik, Grillfeste und Apéros zusammen mit den Verstorbenen haben und auf das Leben, wie auch die Vorfreude aufs Jenseits anstossen. Auch das gefällt mir.

Seither treffe ich mich mit meinen Brüdern mindestens einmal jährlich auf dem Grab unserer Eltern. Wir grillieren dann zwar keine Würste, stossen aber gerne mit einem Glühwein auf unsere Eltern an und auf unsere Lebens­geschichten und die Hoffnung auf ein gutes Weitergehen im Jenseits. Das ist befreiend! Probieren Sie es einmal aus.

Bruno Hübscher
Seelsorger/Diakon in Gettnau
seelsorge.gettnau@prrw.ch

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