Mal kurz auf dem Handy eine Nachricht checken, eine Telefonnummer suchen oder eine Adresse – zwei Drittel der Schweizer Autofahrer hantieren während des Fahrens mit ihrem Mobiltelefon. Das zeigt eine Umfrage der Axa Winterthur.

Um zu zeigen, wie gefährlich das werden kann, hat der Versicherer am Donnerstag in Dübendorf ZH Crashtests veranstaltet. Die verschiedenen inszenierten Kollisionen sollen vor Augen führen, wie brutal ein Zusammenstoss zweier Fahrzeuge selbst bei moderatem Tempo sein kann.  

Ebenfalls mit moderatem Tempo unterwegs sind dieser PW und dieser LKW – auf einer Kreuzung kollidieren die Fahrzeuge.

Ein PW und ein LKW kollidieren auf einer Kreuzung.

«Richtet man bei einer Autofahrt mit Tempo 50 den Blick nur zwei Sekunden lang auf sein Smartphone-Display, dann befindet man sich während 28 Metern im Blindflug», sagt Bettina Zahnd, Leiterin der Abteilung Unfallforschung und Prävention der Axa.

Telefonieren und navigieren

Gemäss amtlichen Zahlen sind 21 Prozent der Unfälle mit Personenschaden auf Ablenkung und Unaufmerksamkeit zurückzuführen.

Am häufigsten nutzen die Autofahrer das Handy zum Telefonieren oder als Navigationsgerät. 23 Prozent derjenigen, die das Handy schon während der Fahrt benutzt haben, haben auch schon Text-Nachrichten am Steuer gelesen, 13 Prozent haben selbst welche geschrieben. Dies, obwohl sich laut der Axa fast alle der Befragten der Gefahr bewusst sind.

Bussen gefordert – auch für Fussgänger

Die Unfallforscher des Versicherers fordern deshalb Ordnungsbussen für jegliche Handynutzung bei Autolenkern sowie für Fussgänger, die im Verkehr nicht auf die Strasse, sondern aufs Handy konzentriert sind.

Crash-Test: Wenn ein Auto ungebremst einen Fussgänger anfährt.

Crash-Test: Wenn ein Auto ungebremst einen unaufmerksamen Fussgänger anfährt.

Bis jetzt ist in der Schweiz nur das Telefonieren ohne Freisprechanlage während der Fahrt im Ordnungsbussenkatalog aufgeführt.(smo/sda)