ETH-Studie

Weniger Wolken: Klima erwärmt sich schneller als gedacht

Das Resultat der ETH-Studie: Das Resultat: Die Tropen werden wolkenloser, und das Klima daher wohl schneller wärmer als bisher angenommen. (Archivbild)

Das Resultat der ETH-Studie: Das Resultat: Die Tropen werden wolkenloser, und das Klima daher wohl schneller wärmer als bisher angenommen. (Archivbild)

Für Klimavorhersagen spielen Wolken eine wichtige Rolle, da sie die Sonnenstrahlung reflektieren und kühlend auf das Klima wirken. ETH-Forscher haben anhand von Satellitendaten untersucht, wie sich die Wolkenbildung in den Tropen mit zunehmender Klimaerwärmung verändert.

Das Resultat: Die Tropen werden wolkenloser, und das Klima daher wohl schneller wärmer als bisher angenommen.

Dass Treibhausgase in der Atmosphäre dazu führen, dass sich die Erde erwärmt, ist unbestritten. Aber wie genau das Klima auf die Treibhausgas-Konzentration reagiert, ist schwierig zu berechnen. Eine Studie von zwei Forschern der ETH Zürich zeigt, dass das Klima wohl eher empfindlicher reagiert und sich stärker aufheizt als bisher angenommen.

Für eine gewisse Unsicherheit in Klimamodellen sorgt nämlich der Einfluss der Bewölkung, wie die ETH am Donnerstag mitteilte. Insbesondere die tiefliegende Bewölkung in den Tropen habe man nur sehr ungenau einschätzen können, sagte Studienautor Tapio Schneider von der ETH gemäss der Mitteilung. Unklar sei gewesen, ob und wie sich diese Bewölkung mit zunehmender Klimaerwärmung verändert.

Wärmere Jahre, weniger Wolken

Anhand von Satellitendaten aus den vergangenen 15 Jahren konnten Schneider und sein Mitarbeiter Florent Brient nachweisen, dass es in wärmeren Jahren in den Tropen weniger tiefliegende Wolken gab als in kälteren.

Diese Erkenntnis glichen sie mit 30 gängigen Klimamodellen ab. Aus dieser Analyse schliessen die Forscher, dass diese Bewölkung im Zuge der Klimaerwärmung zurückgehen wird.

Damit geht allerdings auch ihre kühlende Wirkung im Klimasystem verloren. Mit Zunahme der Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre wird sich somit auch das Klima stärker erwärmen.

Mit der Folge, dass eine durchschnittliche Erderwärmung um zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit schneller erreicht werden dürfte als bisher angenommen.

Soll das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Erwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen, eingehalten werden, müsste die CO2-Konzentration in der Atmosphäre demnach stärker begrenzt werden, schrieb die ETH. Die Studie der beiden Forscher erschien kürzlich im Fachblatt "Journal of Climate".

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