Es tritt in einem Jahr in Kraft. Kompostieren ist umweltfreundlicher als die herkömmlichen Methoden und liegt damit im US-Trend der "grünen" Bestattungen.

Die neue Methode sei "natürlich, sicher, nachhaltig, sie stösst weniger Treibhausgase aus und benötigt weniger Land als Sarg-Bestattungen und Einäscherungen", sagte Katrina Spade, die Frau hinter dem Gesetz, der Nachrichtenagentur AFP. Sie gründete in Seattle das erste Unternehmen, das bald mit der "dritten Option" von Bestattungen auf den Markt kommen will.

Wie werde ich ein Blumentopf?

Spades Start-up Recompose entwickelte dafür in Zusammenarbeit mit der Washington State University ein Verfahren weiter, das schon seit Jahrzehnten in der Landwirtschaft bei Tierkadavern eingesetzt wird. Dabei handelt es sich im Prinzip darum, den Verwesungsprozess zu beschleunigen: Der Leichnam kommt gemeinsam mit Stroh, Holzspänen und Schneckenklee in einen speziell geformten Stahlbehälter. Dort werden die menschlichen Überreste dann innerhalb von 30 Tagen von Mikroben abgebaut.

Übrig bleibt etwa ein Kubikmeter Erde, wie sie laut dem Start-up auch in Gartencentern erhältlich ist. Die Angehörigen könnten mit der Erde einen Baum zur Erinnerung an den Verstorbenen pflanzen, schlägt Recompose vor. Ganz ähnlich hatte es 1979 schon Rosa von Praunheim im Dokumentarfilm "Wie werde ich ein Blumentopf?" suggeriert.

Bischöfe: "Respektlos!"

Laut dem Unternehmen wollen sich über die Hälfte der US-Bürger einäschern lassen, im Nordwestküstenstaat Washington sind es sogar 76 Prozent. Immer mehr Bürger wollen zudem "umweltfreundlich" bestattet werden - wie etwa der Anfang März verstorbene Schauspieler Luke Perry, der sich in einem biologisch abbaubaren und den Verwesungsprozess beschleunigenden Anzug bestatten liess.

Für die Kompostierung Verstorbener will Recompose 5500 Dollar verlangen. Das ist etwas mehr als die Kosten einer Feuerbestattung und etwas weniger als eine klassische Erdbestattung.

Für Spade hat die neue Methode sogar etwas Spirituelles: "Die Idee, auf diese Weise unmittelbar zur Natur und in den Kreislauf von Leben und Tod zurückzukehren, ist eigentlich sehr schön", sagte sie.

Washingtons Bischofskonferenz ist da anderer Ansicht: In einem Schreiben an das Parlament des Bundesstaats kritisierte sie, die Methode der Kompostierung bringe dem Verstorbenen nicht den nötigen Respekt entgegen.