Astronomie

Teleskop «Kepler» erspäht über 1200 neue Planeten

Das Weltraumteleskop Kepler ist erfolgreicher bei der Suche nach Exoplaneten als alle seine Vorgänger. (Symbolbild)

Das Weltraumteleskop Kepler ist erfolgreicher bei der Suche nach Exoplaneten als alle seine Vorgänger. (Symbolbild)

In der Milchstrasse wimmelt es scheinbar vor Planeten: Astronomen haben die Existenz von mehr als 1200 weiteren sogenannten Exoplaneten bestätigt. Das nährt bei der US-Weltraumbehörde NASA die Hoffnung auf die Entdeckung einer zweiten Erde.

Die Exoplaneten waren mit dem NASA-Weltraumteleskop "Kepler" erspäht worden. Eine neue Analyse habe nun gezeigt, dass es sich bei 1284 der "Kepler"-Kandidaten tatsächlich um ferne Planeten handle, teilte die Nasa am Dienstag in Washington mit.

"Das ist die grösste Zahl von Exoplaneten, die je auf einmal bekanntgegeben worden sind", sagte der Hauptautor der Analyse, Timothy Morton von der Princeton University, auf einer Medienkonferenz in Washington.

Mit der neuen Untersuchung habe sich die Zahl bestätigter "Kepler"-Exoplaneten mehr als verdoppelt, betonte NASA-Chefwissenschaftlerin Ellen Stofan. "Das macht uns Hoffnung, dass wir irgendwann da draussen bei einem Stern ähnlich unserem eigenen eine weitere Erde entdecken."

1327 weitere Kandidaten

Der NASA-Planetenjäger "Kepler" hatte bis zum Juli 2015 insgesamt 4302 Kandidaten für Exoplaneten entdeckt. 984 davon waren bereits früher bestätigt worden. 1284 weitere Kandidaten werden nun durch die neue Analyse im Fachblatt "The Astrophysical Journal" bestätigt.

Bei 707 Kandidaten handle es sich dagegen höchstwahrscheinlich um falschen Alarm, führten die Wissenschaftler aus. 1327 weitere Kandidaten seien wahrscheinlich echte Planeten, eine Bestätigung dafür stehe jedoch noch aus.

Insgesamt hatten Astronomen mit verschiedenen Instrumenten bereits mehr als 2100 Planeten bei anderen Sternen entdeckt. Mit der neuen Analyse der "Kepler"-Beobachtungen steigt die Zahl bekannter Exoplaneten nun auf rund 3400.

"Kepler" war 2009 zur Suche nach fernen Planeten ins All geschossen worden. Das fliegende Observatorium hatte mehrfach mit technischen Problemen zu kämpfen und hatte sich zuletzt vorübergehend in einen Notfallmodus versetzt. Inzwischen arbeite "Kepler" jedoch wieder normal, betonte NASA-Missionsmanager Charlie Sobeck.

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