Spanien

Spaniens neue Regierung will Francos Gebeine umbetten

Francos Mausoleum im 50 Kilometer von Madrid entfernten Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen). (Archivbild)

Francos Mausoleum im 50 Kilometer von Madrid entfernten Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen). (Archivbild)

Spaniens neue Regierung will die Gebeine des Diktators Francisco Franco umbetten lassen. Sie will aus seinem Mausoleum einen «Ort der Versöhnung» machen.

Vize-Ministerpräsidentin Carmen Calvo sagte am Montag, die Regierung wolle einen bereits bestehenden Parlamentsbeschluss nun "in die Praxis umsetzen".

Der Sprecher der regierenden Sozialisten, Oscar Puente, sagte, das Mausoleum solle nicht länger die Diktatur "verherrlichen", sondern vielmehr versöhnen.

Im vergangenen Jahr hatte eine grosse Mehrheit der Abgeordneten die damalige Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy zur Umbettung der Gebeine aufgefordert. Diese hatte jedoch nichts unternommen, um den Beschluss umzusetzen. Rajoy war am 1. Juni per Misstrauensvotum zu Fall gebracht worden; seine Nachfolge trat der Sozialistenchef Pedro Sánchez an.

Das umstrittene Mausoleum im 50 Kilometer von Madrid entfernten Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen) ist für Franco-Anhänger eine Pilgerstätte, die sich dort an dessen Todestag einfinden. Der Militärdiktator liess die Anlage von Zwangsarbeitern für die Opfer des spanischen Bürgerkriegs (1936 bis 1939) bauen.

Franco wurde nach 36-jähriger Herrschaft 1975 in der Basilika beerdigt, ebenso wie José Antonio Primo de Rivera, der 1933 die faschistische Falange gründete. Dessen Gebeine sollen nach Auffassung der spanischen Abgeordneten ebenfalls aus der Basilika entfernt werden.

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