Tierisch

Panther-Chamäleons vom Aussterben bedroht: Wie in der Schweiz für Nachwuchs gesorgt wird

Das Pantherchamäleon ist vom Aussterben bedroht

Das Pantherchamäleon ist vom Aussterben bedroht

Im Zoo Zürich sind dank einer eigenen Aufzuchtstation im letzten Jahr über 30 Jungtiere geschlüpft.

Pantherchamäleons sind faszinierende Tiere. Experte Rolf Zingg erklärt, wie der Zoo Zürich die Tiere züchtet, warum es Brutkästen mit unterschiedlichen Temperaturen gibt und warum sich die Tiere manchmal schwarz färben.

In der Masoalahalle vom Zoo Zürich leben um die 40 Pantherchamäleons. Trotzdem sind die vom Aussterben bedrohten Tiere manchmal schwer zu finden. «Am einfachsten ist es, wenn es ganz warm ist, dann gibt es bestimmte Orte, die sie besonders gerne aufsuchen», erklärt Robert Zingg, Kurator Zoo Zürich in der Sendung «Tierisch» auf Tele M1. Dann seien sie auf der Höhe der Besucher. «Erstaunlicherweise sind es über all die Jahre immer etwa dieselben Gebiete, in denen sich die Chamäleons gerne aufhalten», erklärt Zingg. Dies sei wohl auf mikro-klimatische Ursachen zurückzuführen.

Auch wenn sich die Tiere zeigen, muss man genau hinschauen, um sie zu entdecken. Sie sind gut getarnt und bewegen sich meist sehr langsam. 

Damit der Zoo Zürich immer genug Chamäleons hat, werden die Weibchen, sobald sie einen verdächtig dicken Bauch haben, von den Tierpflegern eingefangen. Dann werden die Eier auf zwei Brutkästen verteilt, in denen unterschiedliche Temperaturen herrschen. Der Grund: «Bei vielen Reptilien spielt die Temperatur bei der Geschlechterbestimmung eine Rolle. Bei tieferen Temperaturen gibt es mehr Männchen, bei höheren mehr Weibchen.» Die unterschiedlichen Bedingungen sorgen also dafür, dass das Geschlechterverhältnis ausgeglichen ist.

Nach acht bis zehn Monaten schlüpfen die kleinen Chamäleons. Bevor sie in die Masoalahalle kommen, werden sie in einer Aufzuchtstation gehalten, damit sie nicht anderen Tieren zum Opfer fallen. «Dann können sie auch grösseres Futter zu sich nehmen und die Überlebenschancen steigen», erklärt Zingg.

Im Zoo Zürich gibt es ausschliesslich Pantherchamäleons. Sie kommen in der freien Natur nur in Madagaskar und den umliegenden Inseln vor. Ein ausgewachsenes Tier kann bis zu einem halben Meter lang werden. Die Tiere können ihre Farbe variieren. Dass sie sich völlig anpassen und damit praktisch unsichtbar werden können, sei aber ein Mythos, erklärt der Experte: «Sie haben eine Grundfärbung und können heller und dunkler werden. Etwa schwarz, wenn sie schlecht gelaunt sind. Aber sie können nicht beliebig wählen.»

Von der Aufzucht profitieren auch andere Zoos. Wenn es die Umstände zulassen, geben die Zürcher ein paar der seltenen Reptilien ab. 

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