Kopfweh

Der Welt-Gehirn-Tag rückt am Montag die Migräne in den Fokus

Jeder Siebte leidet unter Migräne - auch Kinder. Am Welt-Gehirn-Tag vom 22. Juli soll diese Krankheit in den Fokus gerückt werden. (Symbolbild)

Jeder Siebte leidet unter Migräne - auch Kinder. Am Welt-Gehirn-Tag vom 22. Juli soll diese Krankheit in den Fokus gerückt werden. (Symbolbild)

Eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, die Migräne, wird oft unterschätzt und bleibt ebenso oft nicht oder nur mangelhaft behandelt. Darauf haben am Freitag Experten aus Anlass des bevorstehenden Welt-Gehirn-Tages am Montag (World Brain Day) hingewiesen.

Die World Federation of Neurology (WFN) fordert unter dem Motto "Schmerzhafte Wahrheit" mehr Aufmerksamkeit für die Probleme, das individuelle Leid und die volkswirtschaftliche Kosten, die auf das Konto von Migräne gehen. Die Organisation lädt Migränepatienten weltweit ein, in den Sozialen Medien unter den Hashtags #worldbrainday und #thepainfultruth ihre Erfahrungen zu teilen und Migräne sichtbar zu machen.

Die Migräne, an der im Bevölkerungsdurchschnitt eine von sieben Personen leidet, ist weltweit die häufigste Erkrankung des Gehirns. "Wir arbeiten mit unseren 120 Mitgliedsländern weltweit zusammen, um gegen die Stigmatisierung von Migränepatienten anzukämpfen, die Behandlung zu verbessern und mehr Bewusstsein dafür zu schaffen, welche enormen indirekten Kosten durch Migräne entstehen", sagt WFN-Generalsekretär Wolfgang Grisold.

"Wenn Migränepatienten keine Attacken haben, wirken sie völlig gesund. Bei einem schweren Migräneanfall können aber die Beschwerden so heftig ausfallen, dass die Betroffenen kaum denken, geschweige denn arbeiten können."

Nur jeder vierte Betroffene geht zum Arzt

Ein Mensch von sieben leidet unter Migräne, insgesamt mehr als eine Milliarde Menschen weltweit. Migräne steht nach WHO-Angaben an sechster Stelle der am schwersten behindernden Erkrankungen. Migräne ist mit schweren, zumeist einseitigen Kopfschmerzen, Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schlafproblemen, Schwindelanfällen sowie erhöhter Empfindlichkeit auf Licht, Geräusche und Berührungen verbunden. Migränepatienten haben ausserdem ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzerkrankungen, Epilepsie, Depression sowie für chronische Schmerzen.

Eine Studie hat ermittelt, dass die jährlichen Kosten für die Migränebehandlung in Europa mit rund 4,1 Milliarden Euro pro Jahr zwar relativ gering sind, die durch die Erkrankung bedingten Arbeitsausfälle jedoch Kosten von 18,4 Milliarden verursachen. Das lässt den Schluss zu, dass ein Grossteil der Patienten nicht oder nur ungenügend behandelt wird.

Grosse medizinische Fortschritte

In der Therapie gelang vor rund dreissig Jahren mit der Einführung der sogenannten Triptane ein grosser Sprung vorwärts. Ein neuer Meilenstein ist, dass seit den letzten Jahren Antikörper zur CGRP-Rezeptorblockade zur Verfügung stehen. Diese Medikamente kommen vor allem für jene Migränepatienten infrage, die drei oder mehr Kopfschmerzattacken pro Monat haben. Für die Prophylaxe eingesetzt, ermöglichen sie den Patienten mehr migränefreie Tage. Weitere derartige Antikörper-Medikamente sind derzeit in Entwicklung.

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