Ein VW wird zum Ferienauto schlechthin

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VW-Bus-Experte Patrick Finger. (Bild: Dominik Buholzer)

VW-Bus-Experte Patrick Finger. (Bild: Dominik Buholzer)

Kultwagen  Produziert wird der klassische runde VW-Bus (T1 und T2), auch als Bulli bekannt, schon lange nicht mehr. Trotzdem erfreut sich der Bus nach wie vor grosser Beliebtheit, insbesondere bei Campern. Das kann ganz schön ins Geld gehen. Für die alten Fahrzeuge werden auf dem Occasionsmarkt bis zu 100 000 Franken geboten. Doch Patrick Finger weiss: «Vorsicht ist geboten», sagt der Garagist und VW-Bus-Experte aus Seftigen im Kanton Bern.

Vater des legendären VW-Busses ist der niederländische Autoimporteur Ben Pon. Er soll die Idee gehabt haben, von ihm stammen auch die ersten Skizzen. 1948 wurde der erste Prototyp gebaut, 1950 begann VW mit der Serienproduktion. Wegen seiner Vielseitigkeit avancierte der Bulli in Deutschland zum Symbol des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Krieg. Der Bulli war als Transportfahrzeug konzipiert worden und nicht als Camper. Da sich das Fahrzeug aber leicht umbauen lässt, entwickelte es sich bald einmal auch zum Ferienauto. Die klassischen alten VW-Bus-Modelle werden schon längst nicht mehr produziert. In Deutschland war bereits 1972 Schluss. In Brasilien, wo VW den Bulli ab 1957 herstellte, stehen die Bänder mittlerweile auch längst still. Dass sich der Bulli auch heute noch so grosser Beliebtheit erfreut, kommt für Patrick Finger (38) nicht von ungefähr. «Dieses Auto lässt niemanden kalt. Es steht für viele für Freiheit – und Ferien.» Der Bulli ist Kult. Das haben auch Konzerne entdeckt wie etwa jenes Schweizer Grossunternehmen, das für seine Promotion von Finger einen VW-Bus umbauen lässt.

Dass diese Arbeiten in Seftigen gemacht werden, hat einen guten Grund. Die Garage Finger hat sich in den vergangenen Jahren zu dem Spezialisten in der Schweiz in Sachen VW-Bus entwickelt. Patrick Finger selber besitzt mehr als einen alten VW-Bus. Mit ihnen fährt er mit seiner Familie jedes Jahr in die Ferien. Einen Bulli zu finden, sagt der Berner, sei nicht ganz einfach, mit Beziehungen und Fachwissen aber sei es immer noch möglich. Da Millionen produziert worden sind, hat es auf dem Occasionsmarkt noch genügend davon. Trotzdem warnt er: «Es empfiehlt sich, übervorsichtig zu sein.» Das grösste Übel sei der Rost. «Wenn man den zu spät entdeckt, kann es wirklich teuer werden», betont er. Immer wieder kommt es vor, dass Finger und sein Team bei der Restaurierung eines alten Fahrzeugs feststellen, dass rostige Stellen überklebt oder abgedeckt worden sind. Finger bietet aus diesem Grund potenziellen Käufern an, dass sie das Fahrzeug in seinem Betrieb begutachten lassen können.

Das Restaurieren eines Bullis ist nicht immer billig. Doch auch für Finger ist es nicht immer ein Geschäft. «Wir lieben diese Autos. Deshalb wollen wir immer das Optimum rausholen, auch wenn sich dies für uns nicht immer rechnet.» Das nennt man noch Leidenschaft. (bu)

Hinweis
www.garage-finger.ch

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