Nun weiss Mathias Haussmann, dass seine App auch im Ernstfall funktioniert. Am Donnerstag setzte ein verunfallter Gleitschirmpilot über die Smartphone-Applikation «Uepaa!» einen Notruf ab. Wenige Minuten später war die Rega bei ihm und brachte den Verunfallten mit einem gebrochenen Fuss ins Kantonsspital Stans.

«Unsere App vereinfacht die Arbeit der Rettungskräfte», sagt Haussmann, der das Start-up «Uepaa!» vor einem Jahr gegründet hat. Zentral an der Applikation ist der Alarmknopf. Wer ihn drückt, wird in 10 Sekunden mit einer Notrufzentrale verbunden. Die Rega oder ein anderer aufgebotener Rettungsdienst weiss dann aufgrund der übermittelten Positionsdaten genau, wo sich der Verunfallte befindet.

Mit Technologie der ETH

Auch andere Rettungs-Apps bieten eine solche Alarmfunktion – etwa jene der Rega selber. Doch «Uepaa!» geht einen entscheidenden Schritt weiter. Noch immer gibt es in den Bergen grossflächige Mobilfunklöcher – diese versucht «Uepaa!» mit einem raffinierten System zu überbrücken. Über eine an der ETH Zürich entwickelten Peer-to-Peer-Technologie kann «Uepaa!» andere Handys in der Umgebung, auf denen die App installiert ist, dazu nutzen, einen Alarm zu transportieren. So wird der Notruf weiter verbreitet, bis er ein Handy erreicht, das Mobilfunkempfang hat. Die maximale Distanz, die von Handy zu Handy übermittelt werden kann, beträgt 450 Meter,

Haussmann vergleicht das Prinzip mit einer positiv wirkenden Grippen-Epidemie: «Alle Handys die erreicht werden können, werden von dem Notruf wie von einer Grippe infiziert und infizieren dann wiederum andere Geräte.»

Sicherheit kostet 2 Franken

Doch auch wenn das Absetzen eines Notrufs nicht möglich sein sollte, kann die App helfen. Über die sogenannte «Grüezi»-Funktion geben «Uepaa!»-Nutzer automatisch ihren Standort weiter, wenn sich ein Handy in Reichweite befindet. Kehrt ein Wanderer am Abend nicht zurück, hilft die letzte bei «Uepaa!» registrierte Position bei der Suche.

Das Prinzip ist clever, bedingt aber, dass genügend Outdoor-Sportler die App installiert haben. Wie viele Leute die Software nutzen, sagt das Unternehmen nicht. Haussmann verweist aber darauf, dass die App im App Store derzeit hinter «WhatsApp» auf dem zweiten Platz der meistgekauften Applikationen liegt. «Uepaa!» kostet zwei Franken und ist fürs iPhone und Android-Geräte erhältlich.